Besuch in der DRK-Kleiderkammer

Gut erhaltene Kleidung und Kinderspielzeug sind in der DRK-Kleiderkammer herzlich willkommen. Foto: sl

An drei Tagen in der Woche können sich die Flüchtlinge aus der gespendeten Kleidung etwas ausssuchen.

Von Sabine Langner. Sorina W. ist traurig. Vor vier Wochen hatte sie noch ein behagliches Haus und zwei Autos. Jetzt steht sie in der Kleiderkammer der Zentralen Erstaufnahmestelle (ZEA) am Neuländer Platz und sucht aus einem Haufen abgelegter Kleider die passenden Größen für sie und ihre Kinder heraus.
Den Kummer der Flüchtlingsfrau können Uta und Rainer Purps nicht lindern, aber sie können helfen. Die beiden Harburger arbeiten jeden Freitag für zwei bis drei Stunden ehrenamtlich in der Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes in der ZEA. Aus Kartons und Säcken ziehen sie Pullover und Jacken, Jeans und Schuhe, Kinderkleider und Spielzeug. Alle Teile die sauber und heil sind, werden von den beiden und neun weiteren ehrenamtlichen Helfern gefaltet und in Regale sortiert.
An drei Tagen in der Woche können sich die Flüchtlinge aus der gespendeten Kleidung etwas aussuchen. Damit es bei den rund 300 Menschen, die zurzeit in der alten Post sowie in den Zelten und Containern auf dem Neuländer Platz wohnen, kein Durcheinander gibt, vergeben die Sozialarbeiter Termine, so dass immer nur eine Familie zurzeit in der Kleiderkammer steht.

Erinnerung an Hilfe in der Nachkriegszeit

Für Ehepaar Purps ist das Helfen eine Selbstverständlichkeit. „Wir sind 1943 beziehungsweise 1944 zur Welt gekommen und haben am eigenen Leib erlebt, dass unsere Eltern mit uns aus Pommern in den Westen geflohen sind", sagt Uta Purps. „Daran erinnern wir uns natürlich nicht mehr", ergänzt ihr Mann Rainer, „wohl aber erinnere ich mich an die Hilfe, die wir von den Alliierten in Form von Essenspenden und Kleiderspenden bekommen haben. Ich finde, ein solcher Umgang mit Flüchtlingen sollte in einer zivilisierten Welt selbstverständlich sein.“
Eigentlich wollten die beiden Rentner selber Hilfe für die Flüchtlinge auf die Beine stellen, „aber wir haben schnell eingesehen, dass wir mehr helfen können, wenn wir uns einer großen Organisation anschließen", sagt Rainer Purps.

Helfer gesucht

Das DRK sucht noch Menschen, die ehrenamtlich ein bisschen
Zeit für die Flüchtlinge investieren wollen. Sei es Menschen,
die mit den Kindern spielen, Mini-Deutschkurse anbieten oder Menschen, die noch in der Kleiderkammer helfen wollen", sagt Kim Friedrich, Pressesprecherin des DRK.
Auch Sachspenden sind herzlich erwünscht. Allerdings bittet Kim Friedrich darum, nicht einfach einen Sack bei der ZEA vor die Tür zu stellen. „Wer helfen möchte, möge bitte meine Kollegin Anna-Katharina Friedrich, Koordinatorin für ehrenamtliche Sozialarbeit beim DRK-Harburg, S 766 092-64 anrufen und
mit ihr absprechen, was wo gebraucht wird", so Kim Friedrich weiter.
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