Bei Neuvermietung wirds 20 Prozent teurer

Geringes Angebot: die Studie der Schüler des Gymnasiums Ohmoors zeigt, wie wenig Wohnungen gerade im Hamburger Westen auf dem Markt sind. Grafik: Gymnasium Ohmoor

2015 sind die Mieten erneut drastisch gestiegen

Von Volker Stahl. Die Zeiten, als Bahrenfeld eine so genannte „B-Lage“ war, sind vorbei. Bei Neuvermietungen wurden die knappen Wochnungen um 20,1 Prozent teurer! Das passt zu den schlechten Nachrichten für nahezu alle Mieter in Hamburg und Umgebung: Die Wohnkosten steigen nach einer kurzen Verschnaufpause 2015 wieder rasant. In der Hansestadt binnen eines Jahres um 5,6 Prozent, in den an den Stadtstaat angrenzenden Landkreisen sogar um 7,3 Prozent – bei einem gleichzeitigen Anstieg der allgemeinen Lebenshaltungskosten um lediglich 0,3 Prozent!
Das ist das Ergebnis einer von Oberstufen-Schülern des Gymnasiums Ohmoor (Niendorf) erstellten Studie, die die aktuellen Angebotsmieten auf der Basis von 5.000 Anzeigen im Hamburger Abendblatt und auf Immobilien-Portalen erfasst hat.
Überraschende Erkenntnis ist, dass die 2015 eingeführte Mietpreisbremse sich als zahnloser Tiger erwiesen hat (das Elbe Wochenblatt berichtete). „Trotz dieses Instruments stiegen die Mieten innerhalb eines Jahres in Hamburg 19 Mal schneller als die allgemeinen Lebensunterhaltungskosten“, rechnete Siegmund Chychla, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg, vor. Damit sei aus seiner Sicht der Beweis erbracht, dass der Gesetzgeber die Mietpreisbremse dringend nachbessern müsse, um Mietsteigerungen in angespannten Wohnungsmärkten zu dämpfen. „Interessanterweise steigen die Mieten zudem laut der Studie gerade in den Stadtteilen zweistellig, die nach Plänen der Wohnungswirtschaft aus der für die ganze Stadt geltenden Mietpreisbremse herausgenommen werden sollen“, so Chychla. Das sind besonders Stadtteile in sogenannten „B-Lagen“, also etwa Bahrenfeld.


Im Umland haben die Mieten ebenfalls kräftig angezogen


Aus den Randlagen des Hamburger Stadtgebiets schwappt die Welle der Mietsteigerungen ins Umland über. Die Elftklässler des Wahlkurses Geografie haben im Landkreis Pinneberg 383 angebotene Wohnungen (durchschnittliche Wohnungsgröße: 73 Quadratmeter) ermittelt und festgestellt, dass dort eine neu angemietete Wohnung 8,78 Euro netto kalt pro Quadratmeter kostete, mithin acht Prozent mehr als 2015 (8,13 Euro). Die Mieten in den an Hamburg angrenzenden Landkreisen stiegen durchschnittlich um 7,3 Prozent. Insgesamt haben die Geografiekurs-Teilnehmer 2.124 Wohnungen (mittlere Größe: 84 Quadratmeter) in den Landkreisen untersucht.
„Da ist was im Gange“, stellte der selbst am Stadtrand wohnende Kurs-Leiter Carl-Jürgen Bautsch fest. Die Mieten im Hamburger Speckgürtel zögen deutlich an und glichen sich dem Niveau in vielen Randlagen Hamburgs an.
Trotz dieser Entwicklung sind mittelgroße Wohnungen in Pinneberg mit im Schnitt 639 Euro Kaltmiete immer noch erschwinglicher als im Hamburger Stadtgebiet, wo Neumieter 1.050 Euro einplanen müssen. „Für den Differenzbetrag kann man schon ein Auto finanzieren“, so der lakonische Kommentar des Geografie-Lehrers.
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