Banken

Kolumne: Dem Harburger Flaneur fällt einiges auf …

Vom Harburger Flaneur. Wissen Sie, was Ihre Bank mit Ihrem Geld macht?
Sie wissen es mit fast hundertprozentiger Sicherheit nicht.
Das ist schlecht.
Sie wollen auch keine Atomkraftwerke. Und mögen keine Waffenproduktion.
Aber was sagt Ihnen, dass Ihre Bank nicht da involviert ist? Viele von uns fanden das lange Jahre unerträglich. Wir konnten aber nichts machen, denn es gab keine Alternative.
Aber seit einigen Jahren gibt es eine, jetzt inzwischen sogar mehrere. Die erste sozial-ethische Bank hieß – und heißt noch – GLS.
GLS, etwas irreführend, steht für Gemeinschaft für Leihen und Schenken.
Sie ist aber eine fast normale Bank. Wir schreiben „fast“, weil sie kein Filialnetz unterhält. Überweisungen schickt man kostenlos mit der Post, so wie früher beim Postgirokonto. Oder man macht ganz normal Internetbanking mit VRK, PIN und TAN wie überall sonst.
Der Clou ist, dass Monat für Monat der „Bankspiegel“ ins Haus kommt und da drinnen steht haargenau, was die GLS Bank mit unserem Geld macht:
Altersheime, Bio-Bauernhöfe, Freie Schule und was es dergleichen noch gibt, bekommen Kredite. Nichts Böses ist dabei.
Ein sehr gutes Gefühl sein Geld dort geparkt zu haben. Wirklich, liebe Leser, ein sehr sehr gutes Gefühl.
Und dafür verlangt die GLS weit niedrigere Gebühren als normale Banken, wahrscheinlich weil die
Kosten für die Filialen wegfallen.
Es waren die Anthroposophen, die Jünger Rudolf Steiners, die diese Bank ins Leben gerufen haben.
Nun sind diese Anthroposophen ein komisches Völkchen. Die leben ein bisschen abseits vom Mainstream und haben merkwürdige esoterische Ideen.
Aber schlagkräftig sind sie allemal.
Zählen wir alles auf, was sie erschaffen haben, wird es uns schwindelig und wir können kaum leugnen, dass sie viel Gutes für Deutschland getan haben, als da sind die Waldorfschulen, die Demeter-Bauernhöfe, mindestens zwei große alternative Krankenhäuser (die Filderklinik nahe Stuttgart und die Husemannklinik nahe Freiburg in Breisgau), neue Kunstrichtungen wie die Eurythmie und eine neue christliche Kirche namens Christengemeinschaft. Sogar die Uni Witten/Herdecke geht auf eine Steiner-Initiative zurück. Und die Liste ist gewiss nicht vollständig.
Dazu kommt die GLS Bank, die inzwischen einige Nachahmer gefunden hat.
Wieso, fragt sich der Flaneur, konnte eine obskure esoterische Sekte so schöpferisch sein? Eine gute Frage, auf die er bisher keine Antwort gefunden hat.
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