Ausbau der Neuländer Straße nicht nötig

Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof wohnt in Stade und fährt regelmäßig mit dem Auto ins Büro. Warum nicht mit der S-Bahn? „Ich bin häufig bis nach 22 Uhr im Büro. Und versuchen Sie mal abends, wenn S-Bahn und Metronom nur stündlich fahren und sie nicht in der Nähe des Stader Bahnhofs wohnen, nach Hause zu kommen. Ich müsste immer meine Frau bitten, mich abzuholen oder mit dem Taxi fahren.“ Foto: ki

Interview mit Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof zur geplanten A26 Ost

Olaf Zimmermann, Harburg

Für den Bau der A26 Ost, der Hafenquerspange, stehen in den nächsten Wochen wichtige Planungsentscheidungen an. Beim ersten Abschnitt (Autobahnkreuz Süderelbe bis Anschlussstelle Hafen-Süd in Moorburg) können demnächst Bürger in Moorburg und Bostelbek zu den vorgelegten Plänen Stellung nehmen. Derweil besucht Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof Redaktionen im Hamburger Süden, um für die neue Autobahn zu werben. Beim Besuch der Elbe-Wochenblatt-Redaktion entstand das folgende Interview.

Herr Rieckhof, warum braucht der Hafen neben der geplanten neuen Köhlbrandbrücke, einer neuen Kattwyk- und Rethebrücke noch eine zusätzliche Autobahn durch Moorburg und Wilhelmsburg? Weil die Güterverkehre massiv zunehmen werden, weil die Schiene nicht alles aufnehmen kann und weil wir nicht zulassen können, dass die Verkehre durch die Stadtstraßen und Wohnstraßen laufen. Wir brauchen eine Entlastung für die Hafenverkehre und für die großräumigen Verkehre von Ost nach West.

Wird die Hafenquerspange gebaut, ist Moorburg von drei Seiten von einer Autobahn umgeben. Soll Moorburg so nach und nach entvölkert werden? „Hätten wir das geplant, dann gäbe es eine gradlinige Führung der Autobahn zum Kattwyk hin. Wir haben den Autobahnverlauf mit der Südumfahrung Moorburg bewusst so gelegt, dass die weitere Existenz des Stadtteils ermöglicht wird. Von uns beim Bund durchgesetzte Lärmschutzwände im Norden und Süden der Trasse werden die Bevölkerung in Moorburg und Bostelbek schützen“

Verschlechtert die A26 Ost die Lebensbedingungen in Wilhelmsburg? Kirchdorf-Süd mit über 6.000 Bewohnern wäre in ein Autobahndreieck eingequetscht, das geplante Autobahnkreuz wäre nur wenige 100 Meter entfernt. Wir müssen versuchen, die Auswirkungen, die es geben kann, zu minimieren. Indem wir massiven Lärmschutz dort schaffen und indem wir einen Teil der Autobahn dort auch überdeckeln.

Wer gibt das Geld für diesen Deckel? Hamburg oder der Bund? Das ist eine der vielen Fragen, die wir mit der Bundesregierung und dem Bundesverkehrsministerium besprechen müssen. Klar ist, dass wir im Bereich Finkenriek den Bund in der Verantwortung haben. Die Frage ist, ob zusätzlicher Lärmschutz durch einen Deckel dann durch Hamburg bezahlt werden muss. Darüber werden wir mit dem Bund intensiv diskutieren.

Der Ausgleich für die durch dieses Bauvorhaben zerstörte Natur soll in der Nähe von Stade erfolgen. Wie hilft das Menschen und Natur in Wilhelmsburg? Es gibt naturschutzfachliche Betroffenheiten. Was an Kompensation vor Ort möglich ist, werden wir tun. Aber wir denken an da im regionalen Kontext.

Die Harburger Schloßinsel ist zu einem hochwertigen Wohnquartier entwickelt worden. Wird eine A26 Ost auf Stelzen im Bereich Hohe Schaar im Binnenhafen zu einer weiteren Belastung führen? Gibt es Untersuchungen zur möglichen Lärmbelastung? Die Auswirkungen werden minimal sein.

Laut BUND hätte die ausgewählte Trasse der A26 Ost die stärksten Umweltschäden zur Folge. Warum also die Festlegung auf diese Trasse? Die Trasse ist bei der Linienbestimmung im Jahr 2011 unter Abwägung aller Kriterien gewählt worden. Umwelteingriffe in Moorburg und Wilhelmsburg nehmen wir sehr ernst. Wir bewegen uns hier nicht in einem Naturschutzgebiet, sondern in einem Industrie- und Hafengebiet. Ein Großteil der Trasse der A26 Ost wird durch heute industriell und gewerblich genutzte Flächen geführt.

Die Neuländer Straße würde durch eine A26 Ost entlastet. Ist ein vierspuriger Ausbau der Neuländer Straße überhaupt nötig? Insbesondere beim Lkw-Verkehr wird die Neuländer Straße durch die A26 um etwa 60 Prozent entlastet. Ein vierspuriger Ausbau der Neuländer Straße ist nicht erforderlich.

Das Gesamtmobilitätskonzept für den Süderelberaum warnt vor einer Verlagerung des S-Bahn-Verkehrs auf die A26. Es empfiehlt eine Verstärkung der S-Bahn und den Ausbau der U4 nach Harburg. Was haben Sie unternommen, um diese Empfehlungen umzusetzen? Es werden zusätzliche S-Bahnen angeschafft, die ab 2018 nach und nach zum Einsatz kommen werden. Eine Verlängerung der U4 kann es nur geben, wenn es einen wirklichen massiven Bevölkerungszuwachs in Wilhelmsburg geben wird. Wir brauchen zur Finanzierung einen positiven Kosten/Nutzen-Faktor.
Davon sind wir absehbar sehr, sehr weit entfernt.

olaf zimmermann, harburg

Für den Bau der A26 Ost, der Hafenquerspange, stehen in den nächsten Wochen wichtige Planungsentscheidungen an. Beim ersten Abschnitt (Autobahnkreuz Süderelbe bis Anschlussstelle Hafen-Süd in Moorburg) können demnächst Bürger in Moorburg und Bostelbek zu den vorgelegten Plänen Stellung nehmen. Derweil besucht Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof Redaktionen im Hamburger Süden, um für die neue Autobahn zu werben. Beim Besuch der Elbe-Wochenblatt-Redaktion entstand das folgende Interview.

Herr Rieckhof, warum braucht der Hafen neben der geplanten neuen Köhlbrandbrücke, einer neuen Kattwyk- und Rethebrücke noch eine zusätzliche Autobahn durch Moorburg und Wilhelmsburg? Weil die Güterverkehre massiv zunehmen werden, weil die Schiene nicht alles aufnehmen kann und weil wir nicht zulassen können, dass die Verkehre durch die Stadtstraßen und Wohnstraßen laufen. Wir brauchen eine Entlastung für die Hafenverkehre und für die großräumigen Verkehre von Ost nach West.

Wird die Hafenquerspange gebaut, ist Moorburg von drei Seiten von einer Autobahn umgeben. Soll Moorburg so nach und nach entvölkert werden? „Hätten wir das geplant, dann gäbe es eine gradlinige Führung der Autobahn zum Kattwyk hin. Wir haben den Autobahnverlauf mit der Südumfahrung Moorburg bewusst so gelegt, dass die weitere Existenz des Stadtteils ermöglicht wird. Von uns beim Bund durchgesetzte Lärmschutzwände im Norden und Süden der Trasse werden die Bevölkerung in Moorburg und Bostelbek schützen“

Verschlechtert die A26 Ost die Lebensbedingungen in Wilhelmsburg? Kirchdorf-Süd mit über 6.000 Bewohnern wäre in ein Autobahndreieck eingequetscht, das geplante Autobahnkreuz wäre nur wenige 100 Meter entfernt. Wir müssen versuchen, die Auswirkungen, die es geben kann, zu minimieren. Indem wir massiven Lärmschutz dort schaffen und indem wir einen Teil der Autobahn dort auch überdeckeln.

Wer gibt das Geld für diesen Deckel? Hamburg oder der Bund? Das ist eine der vielen Fragen, die wir mit der Bundesregierung und dem Bundesverkehrsministerium besprechen müssen. Klar ist, dass wir im Bereich Finkenriek den Bund in der Verantwortung haben. Die Frage ist, ob zusätzlicher Lärmschutz durch einen Deckel dann durch Hamburg bezahlt werden muss. Darüber werden wir mit dem Bund intensiv diskutieren.

Der Ausgleich für die durch dieses Bauvorhaben zerstörte Natur soll in der Nähe von Stade erfolgen. Wie hilft das Menschen und Natur in Wilhelmsburg? Es gibt naturschutzfachliche Betroffenheiten. Was an Kompensation vor Ort möglich ist, werden wir tun. Aber wir denken an da im regionalen Kontext.

Die Harburger Schloßinsel ist zu einem hochwertigen Wohnquartier entwickelt worden. Wird eine A26 Ost auf Stelzen im Bereich Hohe Schaar im Binnenhafen zu einer weiteren Belastung führen? Gibt es Untersuchungen zur möglichen Lärmbelastung? Die Auswirkungen werden minimal sein.

Laut BUND hätte die ausgewählte Trasse der A26 Ost die stärksten Umweltschäden zur Folge. Warum also die Festlegung auf diese Trasse? Die Trasse ist bei der Linienbestimmung im Jahr 2011 unter Abwägung aller Kriterien gewählt worden. Umwelteingriffe in Moorburg und Wilhelmsburg nehmen wir sehr ernst. Wir bewegen uns hier nicht in einem Naturschutzgebiet, sondern in einem Industrie- und Hafengebiet. Ein Großteil der Trasse der A26 Ost wird durch heute industriell und gewerblich genutzte Flächen geführt.

Die Neuländer Straße würde durch eine A26 Ost entlastet. Ist ein vierspuriger Ausbau der Neuländer Straße überhaupt nötig? Insbesondere beim Lkw-Verkehr wird die Neuländer Straße durch die A26 um etwa 60 Prozent entlastet. Ein vierspuriger Ausbau der Neuländer Straße ist nicht erforderlich.

Das Gesamtmobilitätskonzept für den Süderelberaum warnt vor einer Verlagerung des S-Bahn-Verkehrs auf die A26. Es empfiehlt eine Verstärkung der S-Bahn und den Ausbau der U4 nach Harburg. Was haben Sie unternommen, um diese Empfehlungen umzusetzen? Es werden zusätzliche S-Bahnen angeschafft, die ab 2018 nach und nach zum Einsatz kommen werden. Eine Verlängerung der U4 kann es nur geben, wenn es einen wirklichen massiven Bevölkerungszuwachs in Wilhelmsburg geben wird. Wir brauchen zur Finanzierung einen positiven Kosten/Nutzen-Faktor.
Davon sind wir absehbar sehr, sehr weit entfernt.

Wann geht’s los?
Der Bau der A26 Ost (Hafenquerspange) ist in drei
Abschnitte gegliedert.

Abschnitt A: Autobahnkreuz HH-Süderelbe bis Anschlussstelle Hafen-Süd. Die Planfeststellungsunterlagen werden am heutigen Mittwoch, 18. Januar, Moorburg, Gaststätte Moorkathen, Moorburger Kirchdeich 63, ab 19 Uhr, vorgestellt.
Zeitplan Wirtschaftsbehörde:
Planung abgeschlossen, Planfeststellung: 1. Quartal 2019, Vergabe/Bauvorbereitung: bis 2. Quartal 2019; Bau: ab Mitte 2019 bis 2023

Abschnitt B: Anschlussstelle Hafen-Süd bis Anschlussstelle Hohe Schaar. Zeitplan Behörde:
Planung: bis Mitte 2017, Planfeststellung: bis 1. Quartal 2020; Vergabe/Bauvorbe-
reitung: bis Mitte 2020, Bau: ab 3. Quartal 2020 bis 2024

Abschnitt C: Anschlusstelle Hohe Schaar bis Autobahndreieck Stillhorn. Geplante Bürgerbeteiligung: Infoabend und Beginn Bürgerbeteiligung am 1. Februar, 18.30 Uhr, im Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestraße.
Start Online-Beteiligung:
2. Februar bis 31. März
www.a26.perspektiven-
elbinseln.de
Offene Planwerkstatt: 22. April. Ergebnisse Bürgerbeteiligung: September 2017.
Zeitplan Behörde:
Planung: bis Mitte 2018; Planfeststellung: bis 3. Quartal 2020, Vergabe/ Bauvorbereitung: bis Mitte 2021;
Bau: 3. Quartal 2021 bis 2025 oz
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2 Kommentare
44
Rainer Böhrnsen aus Moorburg | 18.01.2017 | 16:45  
6
Manuel Humburg aus Wilhelmsburg | 22.01.2017 | 14:03  
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