Aus vier mach eins

Die St. Paulus-Kirche markiert das Zentrum von Heimfeld. Eventuelle Reparaturen werden weiterhin vom Kirchenkreis unterstützt. Foto: sl

Evangelische Kirchengemeinden verhandeln über Zusammenschluss – noch keine Ergebnisse in Sicht

Sabine Langner, Hamburg-Süd
St. Paulus, St. Petrus, St. Trinitatis und Luther: Harburg hat auf relativ kleinem Raum vier evangelische Kirchengemeinden. Vor einem halben Jahrhundert waren diese Kirchen noch gut gefüllt, inzwischen hat die Zahl der Gemeindemitglieder spürbar abgenommen. Auch die Einnahmen der Kirchengemeinden sind zurückgegangen. Wie sollen Mitarbeiter bezahlt, wie Gebäude unterhalten werden? „Wenn wir so weitermachen, sind wir in spätestens fünf Jahren zahlungsunfähig“, ist Anne Arnholz, Pastorin in der Heimfelder St. Pauluskirche, überzeugt.
Schon vor eineinhalb Jahren fasste die Synode, das höchste Gremium, des Kirchenkreises Hamburg Ost, einen Beschluss: „Wir wollen lieber in Menschen als in Steine investieren, und daher müsste in jeder Region ein Kirchengebäude abgestoßen werden“, erläutert Remmer Koch, Pressesprecher des Kirchenkreises.
In Harburg halten die Kirchenoberen die St. Petrus-Kirche in der Haakestraße für „überflüssig“. An einer Sanierung des Gebäudes wird sich der Kirchenkreis künftig nicht mehr finanziell beteiligen. Neue Fenster, neue Dächer oder eine neue Heizung muss die Gemeinde jetzt ganz allein stemmen. Pastor Christoph Borger, Hausherr in St. Petrus, ist davon überzeugt, dass man das mit Spenden und großem Engagement schaffen kann.
Für Sabine Kaiser-Reis, Pastorin in St. Trinitatis, und Anne Arnholz ist das ein Kampf gegen Windmühlen. „Es gibt schon lange Kooperationen zwischen den vier Gemeinden“, erläutert Sabine Kaiser-Reis. „Wir teilen uns eine Diakonie- und eine Kirchenmusikerstelle, und wir arbeiten in der Jugend- und Konfirmandenarbeit eng zusammen.“ Doch es ginge noch mehr, wenn man statt der Kooperation über eine Fusion nachdenken würde. Entsprechende Gespräche werden bereits geführt, sind aber schwierig. Anne Arnholz: „Die konkreten Wünsche der vier beteiligten Kirchengemeinden widersprechen sich zum Teil deutlich.“
In St. Petrus findet am Dienstag, 26. September, ab 19 Uhr eine Gemeindeversammlung statt. Dabei werden die Fusionsverhandlungen im Mittelpunkt stehen.

Fusionsgespräche
Im April haben die vier Kirchengemeinden St. Paulus, St. Petrus, St. Trinitatis und Luther zwei Arbeitsgruppen eingesetzt. Eine kümmert sich um die finanzielle Seite der Fusion, die andere um die Frage, wie eine attraktive Kirche in Harburg künftig aussehen wird.
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