Als Rollstuhlfahrer im S-Bahn-Chaos

Warten auf den Metronom: In Harburg ist auf den Bahnsteigen wenigstens noch mehr Platz als am Hamburger Hauptbahnhof. Foto: mg

Bauarbeiten zwischen Harburg und Wilhelmsburg: Christian Cahnbley erlebt schlimme Fahrten im Metronom

Matthias Greulich, Harburg
Weil derzeit zwischen Harburg und Wilhelmsburg keine S-Bahnen fahren, hat Christian Cahnbley zwei furchtbare Fahrten mit dem Metronom hinter sich. Der 48-Jährige sitzt im Rollstuhl. Er sagt: „So kann man nicht mit seinen Fahrgästen umgehen, nur weil sie im Rollstuhl sitzen oder an Rollatoren laufen.“Es war am Dienstag, als der Harburger mit öffentlichen Verkehrmitteln zum Hamburger Hauptbahnhof wollte. Den Schienenersatzverkehr, bei dem Busse zwischen Wilhelmsburg und Harburg pendeln, nutzte er nicht, weil die Busse dort sehr voll sind. Also nahm Cahnbley den Metronom, dessen jeweis erster Waggon eine Rampe zum Ein- und Ausstieg hat.
In Hamburg angekommen, „war dort der Fahrstuhl kaputt und das Team vom Metronom musste mich mit dem Rollstuhl auf der Rolltreppe nach oben tragen“, sagt Christian Cahnbley. Auf den engen Gleisen im Hauptbahnhof ist für einen Rollstuhlfahrer zwischen den ein- und aussteigenden Pendlern und Studenten, die zur TU wollen, kaum ein Durchkommen. „Es ist unglaublich voll und niemand nimmt Rücksicht auf Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer“, so Cahnbley.
Der Rückweg nach Harburg gestaltete sich noch viel schlimmer. Statt auf Gleis 13 fuhr der Zug außerplanmäßig auf Gleis 11. Dort war der Fahrstuhl kaputt, sodass Cahnbley versuchte, den nächsten auf Gleis 13 zu bekommen. „Dort sagten mir die Mitarbeiter, das Abteil für Rollstuhlfahre sei schon voll mit gesunden Fahrgästen.“ Also musste er auf den übernächsten Metronom warten.
Nach einiger Wartezeit konnte Cahnbley schließlich einsteigen. Kurz vor Harburg sagte ihm das Personal, dass in Harburg Fahrstuhl und Rolltreppe kaputt seien. „Sie sagten, ich könne doch bis Hittfeld fahren und von dort wieder zurück nach Harburg.“ Dort könne er nur darauf hoffen, dass ein Gleis angefahren werde, wo der Fahrstuhl funktioniert. „Zum Glück hat das Team vom Metronom per Telefon erfahren, dass zwei Handwerker vor Ort sind, die den Fahrstuhl reparieren wollen, und hat diese überzeugt, mich nach oben zu bringen. Vielen Dank dafür an die Mitarbeiter des Metronoms.“

Ersatzverkehr
Bis einschließlich Donnerstag, 26. Oktober, werden zwischen Wilhelmsburg und Harburg Rathaus die Gleise erneuert. Zwischen diesen beiden Stationen fahren deshalb Busse statt S-Bahnen.
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