Ahmed

Dem Harburger Flaneur fällt einiges auf …

Vom Harburger Flaneur. Der Flaneur ist ein hochgebildeter Engländer, Produkt der Eliteuniversität in Cambridge, nach langjähriger Lehrertätigkeit und schwerer Krankheit in Harburg gelandet. Und sein bester Freund? Etwa ein Deutscher ähnlichen Hintergrunds? Oder ein weiterer expatriat Landsmann?
Nein doch. Das wäre wirklich zu eintönig.
Sein bester Freund ist ein Asylbewerber, ein „refugee“ aus Somalia, der 53-jährige Ahmed.
Sie trafen sich in der freundlichen Begegnungsstätte für Ältere (ein Kaffee 60 Cent, ein Käsebrot 80 Cent!) gegenüber dem Eingang zu Harburgs öffentlicher Bücherei. Das Gespräch kam sofort in Gange und ist seitdem nicht abgebrochen.
Ahmed ist ein tiefgläubiger Muslim, ein Idealist ersten Wassers, der einem in zwei Minuten beweist, dass der Koran der Terroristen nichts mit dem wahren Geist des Propheten zu tun hat. Allein zu hören, wie er die Bedeutung der 99 Namen Gottes darlegt, ist ein Erlebnis, das man lange nicht vergisst. Zwar ist der Gott des Korans ein strafender Gott. Vor allem aber ist Er die Barmherzigkeit selber, der die Menschen zum Heil führen will.
Wenn er den Flaneur in seinem kleinen Zimmer in Heimfeld besucht, will er nach einer gewissen Zeit beten. Der Flaneur geht dann zehn Minuten spazieren, damit Ahmed ungestört ist, und er denkt, wie merkwürdig, dass sein Zuhause um 17 Uhr an einem norddeutschen Nachmittag einem somalischen Muslim als Gebetsort dient! Das moderne Leben spielt wahrlich ungewöhnliche Spiele!
Aber auch in weltlichen Angelegenheiten spricht Ahmed aus der Weisheit seiner uralten Kultur. Der Flaneur sucht eine Freundin. Ahmed dazu: „Der Mann ist der Jäger, die Frau die Beute. Jagen möchte die Frau nicht. Es gibt einen Elefant, und es gibt einen Reiter. Rede nicht mit dem Reiter! Rede mit dem Elefanten! Willst du eine Frau finden, musst du jagen. An fünf Türen musst du klopfen.“
Der Flaneur ist dabei zu klopfen!
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