20.000 Euro für „unfertige“ Kunst

Georges Adéabgo bekommt am Donnerstag, 31. August, den Finkenwerder Kunstpreis verliehen. Foto: MAK Wien

Morgen bekommt Georges Adéagbo den Finkenwerder Kunstpreis

Karin istel, Finkenwerder
Die Einzelstücke für seine Installationen findet er zufällig auf Reisen, in Antiquariaten oder auf Flohmärkten: Georges Adéagbo. Am morgigen Donnerstag wird ihm der mit 20.000 Euro dotierte Kunstpreis Finkenwerder verliehen. Georges Adéabgo portraitiert in seinen groß angelegten Materialcollagen Musiker, Politiker oder namhafte europäische Philosophen. Oder er nimmt die Themen Fremdheit, Globalisierung und Kolonialismus in den Blick. So beschäftigt sich der in Benin geborene Künstler auch mit der Geschichte Europas in Bezug zu Afrika. „Fertig“ sind seine Installationen nie: Die einzelnen Teile sind nur zeitweise zu einer festgelegten Form zusammengefügt.
Adéagbo bezeichnet sich selbst gern als Archäologen, wählt aber die Kunst als Ausdrucksmittel, da sie seiner Meinung nach auf unterschwellige Weise Kritik üben kann, ohne zu konfrontieren.
Adéagbo wurde erst spät von der Kunstwelt entdeckt. Erst seit Mitte der 1990er-Jahre ist der 1942 geborene Künstler regelmäßig auf namhaften Ausstellungen vertreten. Er nahm 1999 als erster afrikanischer Künstler an der Biennale in Venedig teil und erhielt dort eine Auszeichnung. Adéagbo zu den bekanntesten Künstlern Westafrikas mit internationaler Reputation. Der gefragte Künstler hat in Hamburg seine Wahlheimat gefunden.
Der Finkenwerder Kunstpreis wurde im Jahr 2000 ins Leben gerufen und ist mit seinen 20.000 Euro einer der am höchsten dotierten Kunstpreise Europas.
Im Kunsthaus Hamburg, Klosterwall 15, sind die Werke von Georges Adéagbo von Dienstag, 5. September, bis Sonntag, 8. Oktober, zu sehen. Die Einzelausstellungsteht unter dem Motto „Die Kunst als Ort der Begegnung“ („A la rencontre de l´art“). Adéagbo beleuchtet in seinen Installationen die Frage der kulturellen Identität und sein Selbstverständnis als Künstler.
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