100 Live-Bands in einer Nacht

Im „Klubsen“ (Hammerbrook) treten unter anderem Singer/Songwriter Curt und HipHopper D-Flame auf. Fotos: Clubkombinat
 
Zwischen Mischpult und Getränkeautomat: Heimo Rademaker, Inhaber von „Marias Ballroom“. Foto: cvs

Clubbetreiber – ein Job für Idealisten: In Marias Ballroom arbeitet
man emsig auf Hamburgs Nacht der Clubs hin.

Von Christopher von Savigny. Im ehemaligen Gastraum von „Marias Ballroom“ riecht es streng nach Farbe. Ein Helfer steht auf einer wackeligen Aluleiter und fährt mit dem Pinsel über die Zimmerdecke. Alles muss weiß werden, strahlend weiß! Seit Anfang August ist das Team von Harburgs Musik-Club in der Lassallestraße mit Renovierungsarbeiten beschäftigt: Die alte Holzvertäfelung wurde herausgerissen, die Lüftungsanlage erneuert, Sitzbänke wurden abgebeizt und neu gestrichen. „Ein ganz neues Konzept“ verspricht Besitzer Heimo Rademaker seinen Besuchern zur Neueröffnung am 1. September. Auch anlässlich der hamburgweiten „Nacht der Clubs“ wenige Tage danach (Programm s. u.) soll alles in neuem Glanz erstrahlen.

Rockmusik jeder Ausrichtung

Einen Club zu betreiben, ist eine Aufgabe für Idealisten, findet Rademaker. „Als Harburger haben wir es da besonders schwer.“ 130 bis 140 Personen passen in seine Location. „Aber es ist schon schwierig genug, 80 Leute herzuholen“, sagt er.
Rockmusik jeglicher Ausrichtung gibt es in „Marias Ballroom“ zu hören – abgesehen von allzu heftigem Heavy Metal oder Punk, der die Nachbarn aus den Betten reißen würde, und den – abgesehen davon - hier auch keiner besonders mag. Im Grunde, sagt Rademaker, seien sie der einzige echte Musik-Club südlich der Norderelbe. „Einen Laden wie Marias Ballroom findet man zwischen Winsen und Stade sonst nirgends.“

Rademakers Konzept: Musik Lounge

Trotzdem zögen die meisten Konzertgänger einen der angesagten Clubs in der Hamburger City vor. Dabei hat auch der Ballroom Klasse-Acts zu bieten: Kürzlich gab Neil Taylor, Gitarrist von Tina Turner, Robbie Williams und Chris de Burgh, an der Lassallestraße ein gefeiertes Unplugged-Konzert. Nur schade, dass so ein Auftritt selten die Aufmerksamkeit findet, die sie verdient.
Dagegen setzt Rademaker sein Konzept der „Music Lounge“: Nachdem seine ehemalige Partnerin Maria Stricker, Namensgeberin des „Ballroom“, im April dieses Jahres ausgestiegen ist, hat Rademaker – auch aus Kostengründen - den Gaststättenbetrieb aufgegeben und dafür die Eventfläche vergrößert. Künftig sechsmal pro Woche wird Live-Music zu hören sein: montags bis donnerstags unplugged und gratis in der neuen „Lounge“, freitags und sonnabends gegen Eintritt auf der großen Ballroom-Bühne. Kulturelles Leben ist ohne die vielen kleinen Musik-Clubs nicht vorstellbar, findet Rademaker. „Als alter Harburger möchte ich meiner Heimat gerne etwas zurückgeben!“
14 Jahre lang hat Hamburgs Nacht der Clubs Pause gemacht – am Freitag, 5. September, geht die Mega-Sause mit über 100 Acts und 28 Spielstätten wieder an den Start. Anlass ist das zehnjährige Jubiläum von Hamburgs Clubkombinat, das gegründet wurde, um die Interessen der lokalen Musikszene zu bündeln und zu vertreten. „Wir sind stolz darauf, den Clubgängern aus Hamburg und Umgebung ein Super-Programm präsentieren zu können“, sagt Geschäftsführer Thore Debor. „Die teilnehmenden Clubs haben sich wirklich ins Zeug gelegt, tolle Künstler zu verpflichten.“

Letzte Clubnacht im Jahr 2000

Zu den Programm-Highlights zählen Auftritte von Gregor Meyle (Stage Club), D-Flame (Klubsen) und Flo Mega & Dramadigs, die sich im Harburger Stellwerk die Ehre geben. Die letzte Clubnacht im Jahr 2000 hatte den Machern ein dickes Minus beschert. Künftig soll das Festival wieder fester Bestandteil des Hamburger Veranstaltungskalenders werden. „Letztlich werden darüber die Besucher mit ihren Füßen abstimmen“, sagt Frauke Constantin, Sprecherin des Clubkombinats.

Nacht der Clubs

- Honigfabrik, Industriestraße 125-131: 21 Uhr Surfits, 23 Uhr Budzillus, 1 Uhr Skazka Orchestra, 2 Uhr DJ RaDau & The Newmanshow (alles Reggae/Ska)

- Inselklause, Schweenssand Hauptdeich 6: 20 Uhr The Rawkings (Rock), 22 Uhr Dennis Adamus (Singer-Songwriter), 0 Uhr Le'Vent and Friends (Electro)

- Marias Ballroom, Lassallestraße 11: 21 Uhr Jutta Weinhold Band, 23 Uhr Hardbone, 0.30 Uhr DJ Highmaker (alles Rock)

- Stellwerk, Hannoversche Straße 85: 21 Uhr Freestyle Session, 22.30 Uhr Flo Mega & Dramadigs / Links Dramadigs, 0 Uhr DJ Suro „We Love Dirty Bass“ (alles Hip-Hop)

Der Eintritt kostet 17 Euro im Vorverkauf und 20 Euro an der Abendkasse. Ein kostenloser Bus-Shuttle bringt die Besucher von Clubtür zu Clubtür.
Die Eintrittskarte gilt auch als HVV-Ticket. Infos / Tickets / Programm unter
www.dienachtderclubs.de
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