Edgar Grimm hört auf

An der betagten Nähmaschine: 2015 haben wir den damals 80-jährigen Edgar Grimm in seiner Werkstatt besucht. Fotos: Archiv/Andreas Tsilis und mg

Der Schuhmacher des Phoenix-Viertels geht mit 82 in den Ruhestand

M. Greulich, Harburg
Lange hat Edgar Grimm durchgehalten, jetzt hat der letzte Schuhmacher des Phoenix-Viertels sein Geschäft in der Eddelbüttelstraße geschlossen, und ist mit 82 Jahren in den
Ruhestand gegangen.
„Wir sind eine aussterbende Zunft, die Leute wollen lieber billig und neu oder umsonst“, sagt Grimm. Der geschickte Handwerksmeister hat Generationen von Kindern im Viertel glücklich gemacht, die nebenan auf dem Bolzplatz kicken: Aus Schweinsblasen machte er Fußbälle. Schulen, Vereine, Sportgeschäfte und Familienväter ließen ihre kaputtgegangenen Bälle bei ihm aufmöbeln. 150 Stück pro Woche verkaufte er in den bes- ten Zeiten für jeweils 9,75 Euro. Doch gegen noch billigere Bälle aus Kunststoff konnte Grimm nicht mehr konkurrieren.
„Für Ihre langjährige Treue danke ich Ihnen herzlich. Ihr Schuhmachermeister“, steht auf dem Zettel, den Edgar Grimm auf das Fenster seines Geschäfts geklebt hat.
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