Zehn Wohnungen in der Schule Röbbek

So ähnlich soll das Gelände der ehemaligen Schule Röbbek künftig aussehen: Im Schulgebäude wird es zehn Wohnungen geben. Auf dem Gelände werden wahrscheinlich vier Einzel- und sechs Reihenhäuser errichtet. Foto: Grafik: LH Architekten / WBRE
Hamburg: Röbbek Schule |

Verkaufsverhandlungen so gut wie abgeschlossen ­– Baubeginn soll 2016 sein

Ch.v.Savigny, Gross Flottbek

Im Eingangsbereich hat sich Laub angesammelt, Kräuter sprießen zwischen den Bodenplatten hervor. Von den Türen, die zusätzlich mit Spanplatten gesichert sind, blättert die Farbe ab. Seit mindestens fünf Jahren ist hier kaum noch jemand ein- und ausgegangen. Die ehemalige Schule Röbbek – die seit 15 Jahren unter Denkmalschutz steht – verfällt zusehends.
Doch nun soll es endlich aufwärts gehen mit den architektonisch wertvollen Klinkerbauten, die zwischen 1874 und 1905 errichtet wurden: Schon seit längerem bemüht sich ein Investor, die Waterbound Real Estate GmbH (WBRE), um das Grundstück. Nach Auskunft der Finanzbehörde hat jetzt die Hamburgische Kommission für Bodenordnung einem Verkauf zugestimmt. Auch ein Bauvorbescheid sei erteilt worden. „Die denkmalgeschützte Schule und die Turnhalle werden in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt zum Wohnen umgenutzt“, sagt Behördensprecher Daniel Stricker.

Kupferrohre wurden aus
der Schule geklaut

In den alten Gebäuden seien zehn Wohnungen geplant. „Auf dem restlichen Grundstück entstehen vier Einfamilienhäuser und sechs Reihenhäuser. Der Baubeginn ist für 2016 vorgesehen“, so Stricker. Über den Kaufpreis möchte die Finanzbehörde, der auch der zuständige Landesbetrieb „Schulbau Hamburg“ angehört, nichts sagen.
Über die Zukunft der ehemaligen Schule Röbbek wird schon seit Jahren diskutiert. Bis etwa 2006 waren die Räume von der Volkshochschule genutzt worden, zuletzt verabschiedete sich Ende 2013 die Groß Flottbeker SV, die in der Turnhalle Tischtennis gespielt hatte.
Seitdem ist das Gebäude zum Ziel von Vandalismus geworden: Fenster wurden eingeschlagen, Wände mit Graffitti besprüht. Hausmeister Andreas Wehrmann berichtet von Brandstiftungen und Wasserrohrbrüchen. „Am schlimmsten war es letztes Jahr, als jemand die ganzen Kupferrohre rausgebrochen hat. Wir haben wirklich Glück gehabt: Ein Funke, und der Laden wäre in die Luft geflogen!“
Für das Denkmalschutzamt eignen sich die über 100 Jahre alten Bauten dazu, Geschichte und Schulgeschichte des Ortes zu dokumentieren. „Für das ehemalige Dorf Groß Flottbek, das nur noch wenige historische Baudokumente aufweisen kann, ist es daher als denkmalwertes Ensemble einzustufen, dessen Erhaltung wegen seiner historischen Bedeutung im öffentlichen Interesse liegt“, sagt
Laura-Helen Rüge, stellvertretende Sprecherin der Kulturbehörde.
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Jens Bend aus Eissendorf | 12.01.2016 | 16:14  
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