Jugendliche gegen Fremdenhass

Kooperationsprojekt: Patrick Siegele, Direktor des Anne-Frank-Zentrums in Berlin mit Nebahat Güçlü, Vorsitzende der Türkischen Gemeinde Hamburg. Foto: cvs
Hamburg: Jugendkirche |

Vier-Jahres-Projekt: Türkische Gemeinde engagiert sich gegen Antisemitismus

Von Christopher von Savigny. Gegen Ausgrenzung und Fremdenhass: Zusammen mit der Jüdischen Gemeinde Hamburg und dem Anne-Frank-Zentrum (AFZ) in Berlin hat die Türkische Gemeinde Hamburg (TGH) jetzt ein längerfristiges Projekt gestartet, dass sich an jugendliche Migranten im Alter von 15 bis 25 Jahren wendet. Das Programm mit dem Titel „Neue Wege – Prävention von Antisemitismus“ soll Kritikfähigkeit und Toleranz stärken. Den Auftakt bildet eine Anne-Frank-Ausstellung in der Jugendkirche Hamburg (siehe unten). „Wir treten damals wie heute gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit ein und machen uns stark für ein friedliches Miteinander aller Bevölkerungsgruppen“, erklärt die TGH-Vorsitzende Nebahat Güçlü. „Daher liegt uns dieses Projekt sehr am Herzen.“

Die Alltagsorgen der Anne Frank sind heutigen Jugendlichen nah

Das Besondere am Projekt „Neue Wege“ ist, dass sich Jugendliche selbst als Anleiter betätigen („Peer Education“) – so zum Beispiel in der Jugendkirche, wo sich Schulklassen nach Anmeldung von kundigen Altersgenossen herumführen lassen können. Etwa sechs bis zehn Stunden ihrer wöchentlichen Freizeit wenden diese dafür auf. Weiterhin geplant sind Biografiearbeit und Medien-Work-shops, in denen junge Leute lernen können, wie man Filme zum Thema dreht. Erwachsene Fachkräfte und Pädagogen werden in Fachtagungen und Seminaren geschult.
Auch das Anne-Frank-Zentrum, das erstmals mit der TGH kooperiert, möchte seinen Beitrag zum Abbau von Fremdenhass leisten: „Die Jugendlichen von heute haben im Prinzip ganz ähnliche Sorgen wie Anne Frank damals“, sagt AFZ-Direktor Patrick Siegele.
„Durch den Besuch der Ausstellung entsteht ein Interesse an Geschichte. Sobald sich die Jugendlichen erst einmal für ein Thema begeistert haben, lassen sie – so jedenfalls meine Erfahrung – in dem meisten Fällen nicht mehr los.“ Das Projekt soll über einen Zeitraum von vier Jahren laufen und wird mit 600.000 Euro vom Bund und von der Sozialbehörde gefördert.
Die TGH mit Sitz in der Hospitalstraße ist die älteste Migrantenorganisation Hamburgs. Sie wurde vor knapp 30 Jahren gegründet. Im Angebot sind Ausbildungshilfen sowie Nachhilfe für Jugendliche. Auch Integrations- und Deutschkurse für alle Altersgruppen stehen auf dem Programm.

Ausstellung

„Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ bis Freitag, 4. März. Ort: Jugendkirche Hamburg, Bei der Flottbeker Mühle 28. Bitte unter Tel. 89 80 77 24 anmelden.
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