Finkenwerderaner Brüder wieder am Drücker

Jan Hedden und sein Partner Walter Rebbin
Das Kind im Manne stirbt bekanntlich nie. Und so lassen auch die Finkenwerder Brüder Eldert und Jan Hedden ihrem Spieltrieb regelmäßig freien Lauf – sie starten semi-professionell bei Carrerabahn-Rennen. Wobei ihr Hobby von der guten alten Carrerabahn aus dem Kinderzimmer so weit weg ist wie eine Mercedes A-Klasse von einem Silberpfeil aus der Formel 1.

Die Subaru Impreza der Heddens im Maßstab 1:24 sind handgefertigte Prototypen, je rund 400 Euro teuer. Für diese Saison hat Eldert Hedden sogar die handelsübliche Plastikkarosse in der Mitte geteilt und eine 0,5 Zentimeter messende Verbreiterung eingefügt. Die so entstandene Fahrzeughülle diente als Vorlage für eine Gußform, in der wiederum hauchdünne und federleichte Karossen aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK) laminiert wurden. Auf dem Heck wurde ein Spoiler aus Karbonfaser gesetzt, der nicht einmal ein Gramm wiegt.

Warum das Ganze? Wie im echten Motorsport spielt das Gewicht und seine optimale Verteilung eine entscheidende Rolle. „Insgesamt ist das Auto zwar nicht leichter geworden, weil das Reglement ein Mindestgewicht von 190 Gramm vorschreibt“, erklärt Eldert Hedden. „Aber die leichte Karosserie senkt den Schwerpunkt des Autos deutlich ab.“ Im Zusammenspiel mit der angewachsenen Spurbreite macht sich das deutlich bemerkbar.

Wie deutlich, das zeigte sich beim Saisonstart des rallye racing Carrera Cups (www.rcco.de). Die „große kleine Rennserie“ wird seit über 20 Jahren in und um Hamburg ausgetragen. Die Heddens sind seit einem Jahrzehnt dabei und holten schon mehrfach Meistertitel. Und wenn es 2012 so gut weitergeht wie beim Auftakt, könnte der nächste folgen. Zusammen mit seinem Partner, dem Motorsportjournalisten Volker Paulun, belegte Eldert Hedden nach zwei 20-Minuten-Rennen Platz zwei. Jan Hedden folgte mit dem pensionierten Auto Bild-Testfahrer Walter Rebbin auf Rang drei.

Schneller war nur Rennprofi Frank Biela mit einem Audi R8. Der ehemalige DTM-Champion und fünffache Sieger der legendären 24 Stunden von Le Mans hat sich zum echten Slotcar-Racer entwickelt - auch dank diverser Tipps, die er sich bei den Hedden-Brüdern eingeholt hat. Für den Saisonauftakt, der bei Shell in Wilhelmsburg ausgetragen wurde, hatte sich Biela auch noch den ehemaligen Slotcar-EM-Dritten Jürgen Stüdemann ins Team geholt. „Gegen so eine starke Paarung knapp zu verlieren, ist wahrlich keine Schande“, so Jan Hedden. „Die viele Detailarbeit, die wir im Winter in den Subaru gesteckt haben, hat sich auf jeden Fall bezahlt gemacht. Ich denke, dass wir auch in diesem Jahr ein Wörtchen bei der Vergabe der Top-Positionen mitreden werden.“

Das nächste RCCO-Rennen wird am 28. März bei Porsche in der Eiffestraße ausgetragen. Dort werden es die Heddens wieder mit echten PS-Profis zu tun bekommen, denn Porsche schickt traditionell Werkspiloten zum Kräftemessen am Drücker nach Hamburg.
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