Zwischen Amok und Alzheimer, Teil 1

Wann? 25.04.2017 19:30 Uhr

Wo? Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Straße 7, 21075 Hamburg DE
Hamburg: Mieterpavillon |

Menschen fahren mit ihren Autos in Menschenmengen, Schüler schießen in der Schule um sich, Piloten lassen Flugzeuge abstürzen... scheinbar grundlose Gewalt greift um sich.

Warum, was ist los in dieser Welt??

Götz Eisenberg, ein ehemaliger Knastpsychologe aus Gießen, hat eine Sammlung von kurzen Texten unter dem Titel »Zwischen Amok und Alzheimer: Zur Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus« veröffentlicht. Unsere Gesellschaft bewege sich heute zwischen den beiden Polen einer ziellosen Aggression und einer Kultur des Vergessens – Demenz als Ausdruck einer völligen Ent-Persönlichung.

Ihm gelingt es, Alltagsbeobachtungen als Ausgangspunkt des Nachdenkens über gesellschaftliche Entwicklungen zu nutzen. Insofern eignet sich das Buch sehr gut als Anregung für eine Diskussion.

Den Bogen, den er in seinem Buch schlägt, wollen wir in zwei Teilen verfolgen:

Am ersten Abend beschäftigen wir uns mit dem Thema »Amok« und »Psychopathen«.

Eisenberg begreift Krankheiten als Ventile, die die Gesellschaft dem Einzelnen für sein Leiden zur Verfügung stellt: Alle Krankheiten sind letztlich Spiegelbilder gesellschaftlicher Verhältnisse, vor allem psychische. Als bezeichnend sieht die »Psychopathie« an: Bei den einen werden ihre Kennzeichen wie fehlendes Mitleid, Tunnelblick, extreme Ich-Bezogenheit als Voraussetzungen für Erfolg wahrgenommen, bei anderen als genetische Voraussetzung für’s Scheitern. Die einen sitzen im Aufsichtsrat und sind gesellschaftliche Leitbilder, die anderen sitzen im Knast.

Wir werden Passagen aus dem Buch von Götz Eisenberg vorlesen und hoffen auf eine rege Diskussion!
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