Nacht des Wissens - TUHH begeisterte Besucher

Mondmission
 
Vorrichtung für ELKOS
 
School-Lab Schifffahrt
 
Stahl, zusammengepresst
Von einer Mondmission über Schiff- und Flugzeugbau bis zur Simulation von Monsterwellen - die Besucher der TUHH erlebten Wissenschaft und Technik vom Feinsten, kamen aus dem Schauen, Ausprobieren, Wundern und Nachfragen gar nicht mehr heraus.

Nach eingehender Vorbereitung anhand des gesonderten Veranstaltungs- und Campusplans bin ich zielstrebig zugesteuert auf die Präsentation der Mondmission. Das deutsche Google-Lunar-X-Prize-Team der Part-Time-Scientists wird 2013 eine unbemannte Mission zum Mond durchführen. Das Team hat dafür einen Mondrover entwickelt. Nach einer sicheren Landung auf dem Mond, wird es Aufgabe des Rovers sein, 500 Meter über die Mondoberfläche zu fahren und Videos, Fotos und Daten zur Erde zu senden. Erfüllt das Team diese Voraussetzungen, kann es bis zu 30 Millionen US Dollar gewinnen.

Details finden sich im Internet unter
http://www.googlelunarxprize.org/prize-details
http://www.part-time-scientists.com/

Zurzeit steht noch offen, mit welcher Rakete der Rover zum Mond unterwegs sein wird. Eine Mondmission mit einer russische Rakete könnte der kostengünstigste Weg sein.

Die Besucher der Präsentation Mondmission erfuhren, dass ein Signal von der Erde bis zum Rover auf dem Mond 1,5 Sekunden benötigt. An Rover-Modellen, die die Gäste über ein großes am Boden liegendes Mondmotiv fernsteuern konnten, fanden sie dabei heraus, wie vorausschauend agiert werden muss, wenn das Signal den Rover erst nach 1,5 Sekunden erreicht.

Bei der Vorstellung der Mondmission wie auch bei den weiteren von 17 - 24 Uhr fortlaufenden Veranstaltungen und Präsentationen wurde den Besuchern ermöglicht, Geräte und Vorrichtungen selbst zu steuern, anzufassen, Formen zu verändern und Fragen zu stellen. Auch und insbesondere die Kinder waren hiervon begeistert. Kinder - die Wissenschaftler der Zukunft.

Ich war von den Erläuterungen des jungen Studenten zur Mondmission so gefesselt, dass ich versäumte, ein Foto aufzunehmen, sodass mir ausschließlich der Aufkleber "Hell Yeah, it's Rocket Science!" verblieb.

School-Labs für Schüler (Kinder und Jugendliche) veranschaulichen Wissenschaft und wecken Interesse. Lehrer können sich mit ihren Klassen für Besuche in den School-Labs, von denen bundesweit mehrere existieren, anmelden. Siehe hierzu http://www.dlr.de/schoollab/desktopdefault.aspx/

An der TUHH finden sich die School-Labs Schifffahrt und Luft-und Raumfahrt
http://www.tu-harburg.de/alt/tuhh/news/nacht-des-w...

Das School-Lab Schiffahrt informierte über Forschungen zur Kollisionssicherheit bei Schiffen und zur Druck- und Zugfestigkeit der Materialien, aus denen Schiffe gebaut werden.

Im School-Lab Schifffahrt wurden Forschungen präsentiert, die die Verformung von Schiffen bei Kollisionen darstellten.
In einem Versuch konnten die Gäste ein Rohr in ein Gerät einspannen lassen und durch dieses mit Muskelkraft das Rohr zusammenpressen. Im kleinen Maßstab verdeutlichte dies die Simulationen, die die TUHH durchführt.

Herr Diplom-Ingenieur Jürgen Schröder war so freundlich und führte mich durch die Versuchshalle. Die Wissenschaftler nehmen dort auf einem Versuchsstand die Kompression von Materialien vor und analysieren diese.

Dieses Forschungsvorhaben trägt die Bezeichnung ELKOS. Es dient der "Verbesserung der Kollisionssicherheit durch Integration struktureller Maßnahmen in die Leckstabilitätsberechnung moderner RoRo-Fahrgastschiffe".
Projektpartner ist u.a. die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft.

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.tu-harburg.de/skf/forschung/einzelne-fo...

Tonnenschwerer Stahl geplatzt wie eine Konservendose, gefaltet wie ein Stück Papier. Erst ein Berühren der Versuchsobjekte überzeugte mich, dass es sich um das sonst doch so feste Material handelte. Ich war fasziniert.

Ein weiterer Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung sind Fensterausschnitte in Kreuzfahrtschiffen und deren Belastbarkeit. Des Weiteren forschen die Wissenschaftler an Materialien zum Festmachen von Fahrzeugen, insbesondere von LKW, in Fährschiffen.

Im abschließenden Gespräch erwähnte Herr Diplom-Ingenieur Jürgen Schröder, dass man gern jedem Interessierten für Fragen zur Verfügung steht.
Unter anderem dafür hier der Link zur TUHH http://www.tu-harburg.de/

Das Projekt "Mit der 3D-Brille durchs Schiff" bot gänzlich andere Eindrücke, eben virtuelle. Auch hier konnten Besucher nicht nur auf einer Leinwand das Innenleben eines Modells eines Meyer-Schiffes in 3D inspizieren, sondern aktiv per Steuereinheit den Vorgang lenken.

Ein Abstecher in den auf dem Campus-Gelände geparkten Riesen-Bus
"Bio-Technikum, Leben erforschen, Zukunft gestalten" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung offenbarte bunte und modern präsentierte Informationen, band den Interessierten durch vielfältige Möglichkeiten selbst aktiv zu werden ein, hinterließ bei mir aber ausschließlich den Eindruck, dass mit diesem sensiblen Bereich zu unkritisch umgegangen wird. Weiterführende Informationen unter http://biotechnikum.eu/

Die Mensa mit ihrem vielfältigen und leckeren Angebot lockte mich und viele weitere Besucher zum Speisen und Ausruhen. Warme Gerichte, Salatbuffet, Kuchen, Getränke, ich glaube, es blieben keine Wünsche offen.

Der Versuchsleiter Edward Maurer erläuterte im School-Lab des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit einem Video und an einem Versuchsaufbau, dass Flugzeuge bei einer je nach Bauart unterschiedlichen Geschwindigkeit äußerst heftig ins Schwingen und die Flügel ins Flattern geraten. In Verkehrsflugzeugen sind wir sicher, wurden wir beruhigt, da die verursachende Geschwindigkeit bekannt ist und vermieden wird.
Die TUHH ist dem Phänomen auf der Spur.

Die interessierten Besucher erfuhren außerdem warum ein Flugzeug fliegt, wie sich ein Körper auf einem Luftstrom verhält und wie die Innenverkleidung der Flugzeughülle den Lärm dämpfen kann.
Ein Flugsimulator nahm die Jungend gefangen. Gar nicht so leicht! Es gab den einen oder anderen Absturz.

Zum DLR-School-Lab finden sich im Internet Informationen unter http://www.dlr.de/schoollab/desktopdefault.aspx/ta...

Herr Martin Jenett aus dem Institut für Hochfrequenztechnik entführte mit einem Video, Erzählungen und Erläuterungen in die Antarktis. Dort hatte der Wissenschaftler das von ihm an der TUHH mitentwickelte Radargerät zur Klimaforschung eingesetzt.
Die Radargeräte bestimmen die Dicke der Eisbedeckung der Pole und die Akkumulation (Anhäufung) von Schnee auf dem Eis sowie die Form des Untergrundes.
Ein Student, der seine Bachelor-Arbeit zu diesem Thema verfasst und das ausgestellte Steuerungsgerät gebaut hatte, wurde ebenfalls nicht müde, die Fragen der Interessierten zu beantworten.
Weiterführende Informationen finden Sie unter http://www.tu-harburg.de/et3/research/klimaforschu...

Über das verschieden farbig angestrahlte Campusgelände gelangte ich ins Gebäude M zur Meerestechnik.

Hier konnte der Besucher mehrfach selbst Steuerungen betätigen. Ein Unterwasserroboter wurde so in einem Wassertank in alle Richtungen bewegt wobei es beim Abtauchen zu Verwirbelungen des Wassers an den oberen Düsen des Roboters kam. Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und auch Ältere waren gespannt bei der Sache. Dies auch bei der Forschung zur Verringerung von Schwingungen beim Be- und Entladen von Containern von Schiffen, denn die Besucher durften den an einer mobilen Vorrichtung an der Hallendecke befestigten kleinen Container hin und her und hoch und herunter bewegen und konnten dabei die Schwingungen beobachten. Der Versuchsleiter, Herr Christian Rapp, erklärte ihnen, wie der simulierte Kran den Container bewegen kann damit die Schwingungen verringert werden, was die Besucher am Steuerungshebel auch sofort umsetzen konnten.
Informationen finden sich hierzu im Internet unter http://www.tu-harburg.de/alt/gsc/forschung/aktuell...

Ein auffällig langes Wasserbecken zog in der Halle des Gebäudes M das Interesse der Besucher auf sich.
Von Monsterwellen, die wie auf dem Nichts plötzlich auftauchen und ebenso wieder verschwinden, hatte der eine oder andere schon gehört. Verwechslungen mit Tsunamis (durch Seebeben ausgelöste Flutwellen) kamen bei den Besuchern vereinzelt vor, wurden aber ausgeräumt. Herr Amin Chabchoub erläuterte uns die Monsterwelle, die wir in dem Wassertank beobachten konnten, und dass es ein langer Weg gewesen war, bis ermittelt werden konnte, wie eine solche Welle im Tank hervorgerufen werden kann. Auf welche Ursachen die Monsterwellen, die aus dem Nichts entstehen, zurückzuführen sind, ist bisher nicht bekannt, allerdings werden sie in einigen Gebieten häufiger beobachtet als in anderen, so vor Südafrika, wo der indische Ozean auf den Atlantik trifft. Möglicherweise sind demnach Strömungen bei manchen Monsterwellen mitursächlich, aber auch Wind und vieles andere könnte Einfluss haben. Monsterwellen treten, wie man mittlerweile weiß, viel häufiger auf, als zunächst vermutet, allerdings ausschließlich in tiefem Wasser.
Herr Chabcoub stellte übrigens auch kurz seine wissenschaftliche Arbeit zum Thema Monsterwellen, die aus dem Nichts entstehen, vor. Informationen im Internet mehr dazu unter http://www.sciencenews.org/view/generic/id/74610/t...

Auf meinem Weg zu den fortlaufenden Veranstaltungen und Präsentationen stieß ich im Vorbeigehen überall auf sehr gut besuchte Vortragsräume.

Die Nacht des Wissens in der TUHH verzeichnete ein sehr großes Besucherinteresse. Auch ich bin, wie bereits in den letzten Nächten des Wissens, wieder von dem Angebot der TUHH begeistert gewesen.

Eine perfekte, dabei ehrliche Selbstdarstellung der TUHH, die die Harburger in ihrer Unterstützung für "Ihre" Universität bestätigt und auch bei zukünftigen Studenten gepunktet hat.
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