Mehr Geld für den Rieckhof?

Rieckhof-Mitarbeiterin Ulrike Niß verfolgt die Bauarbeiten im Gastronomie-Bereich. Foto: sl (Foto: Foto: sl)
Hamburg: Rieckhof | Von Olaf Zimmermann.
Ein komplett saniertes Kulturzentrum, dazu endlich mehr Geld in der Kasse - für Jörn Hansen scheinen zwei lang gehegte Wünsche in Erfüllung zu gehen. „Wir sind auf gutem Weg, eine Lösung zu finden“, orakelt der Rieckhof-Geschäftsführer. Klar ist: Zum 1. November sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein. Hansen: „Dann legen wir wieder los.“
Hintergrund: Wegen diverser schwerer baulicher Mängel, die teilweise bereits seit der Eröffnung vor 27 Jahren bestanden, muss das Harburger Kulturzentrum renoviert werden. Hierfür hatte der schwarz-grüne Senat im Februar, sozusagen als letzte Amtshandlung, 632.000 Euro bereitgestellt. Unter Regie der „GWG Gewerbe“ werden die Arbeiten jetzt durchgeführt. Dafür musste der Rieckhof völlig geschlossen werden.
Das vierköpfige Rieckhof-Team arbeitet derweil intensiv daran, dass nach der geplanten Wiedereröffnung am 1. November wieder attraktive Veranstaltungen stattfinden. Diverse Konzerte sind bereits abgeschlossen, Bollywood-Tanzworkshops oder das regelmäßige Quiz mit Thorsten Bär sorgen für frischen Wind im Programm.
Bleibt das finanzielle Problem: Für 2011 steht dem Rieckhof weniger Geld zur Verfügung als 1986. „Wenn wir davon Gas, Wasser, Strom und Versicherungen nicht mehr zahlen können, geht es nicht mehr weiter“, weiß Hansen. Am Personal kann nicht mehr gespart werden. „Wir haben so wenig Mitarbeiter wie keine anderes vergleichbares Kulturzentrum“, sagt Jörn Hansen, „es gibt Einrichtungen, die haben mehr als drei Mal so viel Personal.“
Dass der Rieckhof überhaupt so lange durchhalten konnte, liegt an einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit: Die Elbe Werkstätten haben die Rieckhof-Kneipe gepachtet und sind außerdem für die Bereiche Hausmeisterei und Reinigung zuständig.
Was ist mit der Miete? Seit 1984 beträgt die unverändert 286.500 Euro im Jahr. „So viel musste auch das Operettenhaus am Spielbudenplatz zahlen“, so Hansen. Das hat allerdings eine größere Nutzfläche und eine deutlich prominentere Lage.
In Harburg arbeiten Verwaltung und Kommunalpolitik eifrig daran, dem Rieckhof mehr Geld „zu besorgen“. Hoffentlich mit Erfolg, denn erst 632.000 Euro für eine Sanierung zu investieren und dann das Kulturzentrum schließen, weil für den Betrieb 20- bis 30.000 Euro fehlen, macht keinen Sinn.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.