Löwenhauskinder machen das Phoenix-Viertel bunt

Beyza, Lois, Debby, Uriah und Keziah (v.li.) bemalen Baumscheiben im Löwenhaus, um das Phoenix-Viertel bunter zu machen. Foto: sl
Hamburg: Löwenhaus | SABINE LANGNER, HARBURG
Die Zunge zwischen den Zähnen, die Finger voller Farbe, sitzt die zwölfjährige Debby an einem großen Tisch und malt mit Hingabe ein Herz auf eine Baumscheibe. „Das ist ein Herzengel“, sagt sie. „Ein Engel in Herzform. Engel sind wichtig, weil sie uns beschützen, und dieser Engel soll den Baum vor dem Haus beschützen, damit ihm niemand weh tut.“

Debby und ihre Freunde gehen jeden Tag ins Löwenhaus in der Kalischerstraße. Sie bekommen hier eine gesunde Mahlzeit, machen gemeinsam Hausaufgaben, lernen für die Schule und sie sind dabei, das Phoenix-Viertel bunt zu machen. Zusammen mit der Künstlerin Silvia von Pock bemalen die Kinder momentan Hunderte von Baumscheiben mit Blumen, Sonnenuntergängen oder Herzen. Anschließend werden die Baumscheiben wie ein Mobile in die Bäume der Nachbarschaft gehängt. Den Anfang machte der große Baum direkt vorm Löwenhaus, aber die Kinder wollen gern auch den anderen Bäumen im Viertel einen bunten Behang verpassen. „Wir machen damit die Straßen schön“, erklärt die zehnjährige Beyza.

Damit, so ist sich Löwenhaus-Gründer Hermann Krüger sicher, würden die Kinder auch gleichzeitig Vorbild für die Erwachsenen werden. Zumal die Baumscheiben nur der Anfang eines größeren Projektes zum Thema Kunst im öffentlichen Raum sind. Gleichzeitig haben die Kinder auch ein großes Beet vor „ihrem“ Löwenhaus angelegt. Ignorante Autofahrer werden inzwischen mit Hilfe von großen Findlingen davon abgehalten, in dem Beet zu parken. Auch ein Plakat haben die Kinder entworfen, auf dem sie darum bitten, ihr Revier sauber zu halten. Diese Kinderkunst kam so gut an, dass der Sanierungsbeirat vom Phoenix-Viertel angefragt hat, ob die Kinder nicht mehr von diesen Plakaten entwerfen können.

Und noch ein großes Ereignis wirft seine Schatten voraus: Silvia von Pock und die Kinder stellen an den Wochenenden und in den Ferien großformatige Mosaiktafeln her. Ein Löwe hängt schon am Löwenhaus. So schön, dass inzwischen zahlreiche Hausbesitzer im Viertel angefragt haben, ob die Kinder nicht noch mehr Mosaike machen könnten. Sie können und sie wollen. Daher ist die Frage, was die Kinder in den Sommerferien machen, jetzt schon geklärt.
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