'Keine Knete - trotzdem Fete': Für unkommerzielle Kunst und Kultur im Harburger Stadtpark

Die Organisatoren des unkommerziellen Kunst-, Kultur- und Musikfestivals 'Keine Knete - Trotzdem Fete' in Harburg hatten sich Anfang März mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gewandt. Darin teilten sie mit, dass die Durchführung des zweitägigen Festivals im Sommer 2013 auf der Freilichtbühne im Harburger Stadtpark von der Bezirksverwaltung abgelehnt wurde. Gleichzeitig fordern sie die Institutionen von Politik und Verwaltung im Bezirk Harburg dazu auf, bis zum 1. April eine Lösung für die Nutzung der Freilichtbühne oder eine Alternativfläche im öffentlichen Raum in Harburg zu finden.

Die Fraktion der LINKEN in der Bezirksversammlung Harburg reagierte darauf am 13.03. mit einer Pressemitteilung, in der Unverständnis über die erneute Ablehnung des Antrags auf Nutzung der öffentlichen Freiluftbühne im Harburger Stadtpark für das unkommerzielle Festival im Sommer 2013 geäußert wird.

Jörn Lohmann, zubenannter Bürger für die Fraktion DIE LINKE im Regionalausschuss Harburg: "Das ehrenamtlich organisierte Festival stellt eine große Bereicherung für Harburg dar und unterscheidet sich erfrischend von der Vielzahl an kommerziellen Veranstaltungen, deren Durchführung das ganze Jahr über auf öffentlichen Plätzen in Harburg genehmigt wird. Deshalb haben wir auch gegen die Vorlage der Verwaltung gestimmt."

Das Festival wird bereits seit 2004 in und für Harburg organisiert. Bis 2011 fand es jährlich an zwei Tagen im Sommer auf der Freilichtbühne in Harburg statt. Im vergangenen Jahr wurde die Genehmigung der Nutzung jedoch kurzfristig von der zuständigen Behörde (dem Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt Harburg und Süderelbe) zurückgezogen und das Festival musste auf privates Gelände ausweichen. Als Grund dafür wurden Beschwerden von Anwohnern über die Häufigkeit von Veranstaltungen auf der Bühne im Stadtpark angeführt.

Sabine Boeddinghaus, ebenfalls Mitglied im Regionalausschuss Harburg: "Die erneute Verweigerung einer Nutzungsgenehmigung für das zweitägige Festival unter dem Motto 'Keine Knete – Trotzdem Fete' durch die zuständige Behörde halten wir für nicht akzeptabel. Auch das Verdrängen solch positiver Initiativen aus dem öffentlichen Raum auf private Flächen ist für uns nicht hinnehmbar."

In der Pressemitteilung wird die Förderung des kulturellen Lebens in den Kommunen und die (Weiter-)Entwicklung einer demokratischen Kultur gefordert, die von den Menschen in der Kommune selbstorganisiert gestaltet wird und allen offen steht. Die Fraktion der LINKEN in der Bezirksversammlung Harburg fordert die zuständigen Behörden zur Anerkennung und Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements der Organisatorengruppe von 'Keine Knete – Trotzdem Fete' auf.
Regelungen wie die, nach der auf der Freiluftbühne nur noch einmal im Monat eine maximal fünfstündige Veranstaltung mit verstärkter Musik stattfinden darf, werden als massive Einschränkung dieser öffentlichen Infrastruktur kritisiert. Weiterhin wird bemängelt, dass die Nutzungsregelen intransparent und nicht unter Beteiligung aller Betroffenen erlassen wurden. Die Interessen der Anwohner seien selbstverständlich zu berücksichtigen, die Freiluftbühne stelle jedoch einen öffentlichen Ort für alle Menschen in Harburg dar.

Klaus Lübberstedt fordert daher eine "Neuverhandlung der Nutzungsregeln für die Bühne im Stadtpark unter Beteiligung der gesamten betroffenen Öffentlichkeit. Dabei müssen sowohl die Interessen der Öffentlichkeit an Kunst- und Kulturveranstaltungen im Stadtpark, als auch die der AnwohnerInnen berücksichtigt werden."

Im Interesse einer Stärkung der selbstorganisierten Harburger Kunst- und Kulturlandschaft im öffentlichen Raum wäre eine Umsetzung dieser Forderung zu wünschen, so dass es dieses Jahr wieder an zwei Tagen im Harburger Stadtpark 'Keine Knete - Trotzdem Fete' heißen kann.
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2 Kommentare
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Manfred Hagel aus Harburg | 19.03.2013 | 21:00  
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Mirko Haas aus Harburg | 27.03.2013 | 13:55  
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