Harburger Klangkirche vor dem Aus?

Internationale Künstler wie die Band Lake schwärmen von der Akustik in der Harburger Dreifaltigkeitskirche. Foto: sl
Hamburg: Hamburger Klangkirche |

Es droht der Wegfall von Zuschüssen - Hohe Unterhaltskosten, aber nur wenig Nutzer

Besser könnte es eigentlich gar nicht sein: „Die Hamburger Klangkirche feiert am 14. April 2012 ihren vierten Geburtstag – und das natürlich mit dem Konzert eines begnadeten Soulsängers: Ron Williams gibt sich die Ehre und bringt zur Verstärkung das Jörg Seidel Trio mit.“ Mit dieser frohen Botschaft werden die Besucher auf der Internetseite der Harburger Klangkirche begrüßt. Alles gut? Wohl kaum. Alles gut ist es nur noch bis Ende dieses Jahres. Denn ob es die Klangkirche auch 2013 noch in der Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Straße geben wird, ist im Moment noch völlig ungeklärt.
35.000 Euro bekommt das Projekt jedes Jahr an Fördermitteln aus dem Kirchenkreis Ost. Diese Förderung steht jetzt auf der Kippe. „Es hat sich eine Arbeitsgruppe aus dem St. Trinitatis Kirchenvorstand und dem Vorstand des Kirchenkreises zusammengesetzt“, sagt der Pressesprecher des Kirchenkreises Wolfgang Främke. „Bis zum Sommer soll diese Arbeitsgruppe ein Konzept vorlegen, nach dem dann entschieden wird, ob die Förderung weiterläuft oder nicht.“
Doch die Fördermittel sind nur der eine Teil, der Gudrun-Ursula Reimers, Geschäftsführerin der Klangkirche, Sorgen bereitet. „Selbst wenn die Förderung weiterläuft, ist absolut nicht klar, ob wir in der Dreifaltigkeitskirche bleiben können“, sagt sie.
Das Problem: Die Kirchengemeinden sind inzwischen für den Unterhalt ihrer Immobilien selbst verantwortlich. Vorher hatte der Kirchenkreis geholfen. Weil der Unterhalt von Gebäuden für kleine Gemeinden finanziell kaum zu leisten ist, rauchen in vielen Kirchenvorständen die Köpfe, wie man am besten an Geld kommen könnte. So auch in der St. Trinitatis-Gemeinde.
Genutzt wird die Dreifaltigkeits-Kirche nur noch von einer afrikanischen Gemeinde und von der Klangkirche. Damit kommt zu wenig Geld rein für die laufenden Unterhaltskosten, sagt Pastor Thomas Brandes.
„Wenn sich die Gemeinde entscheidet, die Kirche an einen anderen Interessenten abzugeben, dann bedeutet das für uns den Garaus“, fürchtet Gudrun-Ursula Reimers.
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