Gemeindehaus wird zur Tagespflegestätte

Wollen aus dem Gemeindehaus der Heimfelder St. Pauluskirche eine Tagespflegestätte machen: Pastor Christoph Borger, Architekt Egbert Oest, Pflegeteam-Chef Thorsten Hamel und Hausherr Pastor Frank-Ulrich Schoeneberg (v.li.). Foto: sl
Harburg: petruskirche |

Heimfeld: St. Paulus-Gemeinde will ihr Geld lieber in Menschen als in das Gebäude investieren

Die Heimfelder St. Paulus-Gemeinde gibt ihr Gemeindehaus am Petersweg weitgehend auf. Der mobile Pflegedienst Hamel, der schon jetzt die Räume im Obergeschoss als Büro nutzt, wird ab sofort auch das Erdgeschoss mieten und hier eine Tagespflegestätte einrichten. Bleiben wird allerdings das Gemeindebüro. Gleich nach Ostern sollen die Umbaumaßnahmen beginnen. Wenn alles glatt läuft, kann das Haus ab Juli für Besucher geöffnet werden.
Rund eine halbe Million Euro investiert Thorsten Hamel in den Umbau. Geplant ist eine Tagespflegestätte mit 26 Plätzen - sowohl für alte Menschen, als auch für solche mit Demenz. Der Bedarf ist groß, im gesamten Süderelberaum gibt es bisher nur drei solcher Einrichtungen. „Aber immer mehr ältere Menschen vereinsamen völlig in ihren Wohnungen“, erklärt Hamel. „Gleichzeitig gibt es eine große Anzahl Demenzkranker, die von ihren Angehörigen rund um die Uhr gepflegt werden. Um diesen Angehörigen die Chance auf Entlastung zu geben, plant Hamel einen Abholdienst, gemeinsame Mahlzeiten und verschiedene Beschäftigungsprogramme.
Für die 3.200 Gemeindeglieder der St. Paulus-Gemeinde war die Entscheidung anfangs ein herber Schlag. „Aber allein für Strom, Heizung und andere Unterhaltungskosten zahlen wir für dieses Haus rund 15.000 Euro im Jahr“ gibt Pastor Frank-Ulrich Schoeneberg zu Bedenken. „Dieses Geld wollen wir zukünftig lieber in die Jugend-, Senioren und Stadtteilarbeit stecken.“
Zumal all die jetzigen Nutzer des Gemeindehauses keinesfalls heimatlos werden. Die St. Petrusgemeinde in der Haakestraße, ohnehin eng mit Paulus verbunden, hat genügend Platz. „Eine Fusion ist dies aber keinesfalls“, beteuern die Pastoren Christoph Borger und Frank-Ulrich Schoeneberg.
Inzwischen sehen alle Beteiligten die neue Lösung als Glücksfall an. „Wir verkaufen das Haus ja nicht, sondern vermieten es nur“, so Pastor Schoeneberg weiter. „Und ich höre bei meinen Besuchen bei älteren Heimfeldern inzwischen oft, dass sie es schön finden, wenn sie eine Tagespflegestätte in vertrauter Nähe haben.“
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