Lesung aus Werken des ägyptischen Schriftstellers Nagib Machfus

Wann? 25.09.2015 19:30 Uhr

Wo? MehrWertKultur, Nobléestraße 13A, 21075 Hamburg DE
Hamburg: MehrWertKultur | Der ägyptische Autor Nagib Machfus (auch Nagib Mahfuz oder Naguib Mahfouz) wuchs in einem Kairoer Altstadtviertel auf. 1919 erlebte er als Kind die Demonstrationen gegen Ägyptens Status als britisches Protektorat. Von 1930 bis 1934 studierte er Philosophie an der Universität in Kairo und veröffentlichte bereits 1930 seinen ersten Essay, danach 1932 seine erste Kurzgeschichte. 1934 bis 1938 arbeitete er als Sekretär an der Universität und entschloss sich schließlich, sein Leben ganz dem Schreiben zu widmen.

Zu einem der führenden Schriftsteller der arabischen Welt wurde Machfus durch seine Kairo-Trilogie aus den Jahren 1956/57, die die Geschichte einer Kairoer Kaufmannsfamilie über drei Generationen hinweg erzählt (die „ägyptischen Buddenbrooks“) und die ägyptische Gesellschaft während der Modernisierung Anfang des 20. Jahrhunderts beleuchtet. Hierfür wurde er mit dem ägyptischen Staatspreis für Literatur ausgezeichnet. Im Jahr 1988 wurde Nagib Machfus als erstem arabischen Schriftsteller der Nobelpreis für Literatur verliehen.

Auf Grund seines umstrittenen und in Ägypten verbotenen Romans „Die Kinder unseres Viertels“ aus dem Jahr 1959 - in dem er es drei Jahrzehnte vor Salman Rushdie wagte, Mohammed zu einer Romanfigur zu verfremden, zu aktualisieren und zu interpretieren - wurde er zum Ziel fundamentalistischer und arabisch-nationalistischer Kreise. Da er zudem den Friedensprozess mit Israel unterstützte und Mitglied der International Academy of Science war, wurde von einem radikalen Geistlichen in einer Fatwa ein Todesurteil über Machfus verhängt. Am 14. Oktober 1994 wurde er Opfer eines Anschlags und durch mehrere Messerstichen lebensgefährlich verletzt. Er überlebte dies, musste allerdings seitdem bis zu seinem Tod im Jahre 2006 unter ständigem Polizeischutz leben.
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