Kreuzfahrt: Mallorca – Malta – Marzahn

Wann? 28.11.2017 19:30 Uhr

Wo? Mieterpavillon, Friedrich-Naumann-Straße 7, 21075 Hamburg DE
Hamburg: Mieterpavillon | Kreuzfahrtschiffe sind heute Kleinstädte mit bis zu annähernd 10 000 Einwohnern und Einwohnerinnen. Ein Drittel arbeitet von ihnen arbeitet und zwei Drittel spannen aus.

Gut, dafür hat man ja auch Urlaub… und dieses Verhältnis ist kein großer Unterschied zu Mallorca: Um 430 000 Betten kümmern sich 130 000 Beschäftigte bei Tourismusfirmen.

Was ist also der Unterschied zwischen einer feststehenden Hotelanlage an Land und einer schwimmenden auf See? Warum sind schon 2015 allein angeblich fast zwei Millionen Deutsche eine Kreuzfahrt in See gestochen, während klassische Badestrände in der Türkei über Tunesien bis Ägypten hohe Einbußen haben?

♠ Das ein ist sicherlich die Suche nach Sicherheit: Die Angst vor Anschlägen wirkt meist nicht lange nach; der Rückgang der Buchungen in der Türkei und Nordafrika hat eher mit der Angst vor Instabilität zu tun. Störungen im Ablauf, unangenehme Polizeipräsenz, Kriminalität, Durchfall, Streiks der Beschäftigten…

♠ Das andere ist die Suche nach einem Ort, an dem man unter sich ist: Einmal für zwei Wochen nur unter Heavy Metal-, Klassik-, FKK-Fans oder Radrennfahrern, nur unter deutschen oder spanischen Mitreisenden.

Wie sieht es hinter den Kulissen, auf der anderen Seite des Vorhangs aus? Die Arbeitsbedingungen im Tourismus waren im großen und ganzen immer schlecht: Wenig Geld, Abhängigkeit von Trinkgeldern, Saison- arbeit, lange Arbeitszeiten und vieles unangenehme mehr. Wie verändert sich die Arbeit durch den Einsatz auf dem Meer? Da die meisten Schiffe ausgeflaggt sind, gelten für fast alle die Arbeitsschutzgesetze Panamas, Liberias oder anderer Billigflaggenstaaten, d.h., es gibt praktisch keine. Aber es ist auch fraglich, ob an Land prekär Beschäftigte im Tourismus in den Genuss kommen, solche Schutzregelungen durchsetzen zu können. Was ist der Grund für Arbeitssuchende, ausgerechnet auf einem Kreuzfahrtschiff anzuheuern?Was bedeutet der Kreuzfahrttourismus für die Länder und Städte, wo die Schiffe haltmachen? Sie berappen viele Steuer-Euros, um den Reedereien die gewünschte Infrastruktur hinzustellen. Dann haben sie die ungeheuren Abgasmengen und anderen Müll zu ertragen. Arbeitsplätze entstehen wenig und vor allem sind es zumeist schlecht bezahlte. Wie der gemeine Haitianer auf das riesige und mit Stachel- draht eingezäunte Privatresort Labadee der Reederei Royal Carib-bean reagiert, wissen wir nicht; in Venedig, Barcelona und Mallorca gibt es Proteste gegen den Kreuzfahrt- und Massentourismus.Welche Faktoren machen schließlich das Modell Kreuzfahrt für Unternehmen attraktiv?- die Reedereien zahlen so gut wie keine Steuern- sie unterliegen kaum einer staatlichen Regulierung, weder bei Arbeitsschutz noch bei Sicherheit oder Umweltschutz- sie streben die vollständige Kontrolle über Urlauber und Arbeiter an.

Wir wollen über diese Fragen diskutieren. Wer mal auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet hat oder eine solche Reise als Urlauberin gemacht hat, ist besonders eingeladen! Aber natürlich auch alle anderen!!

Eine Veranstaltung des Laien's Club Heimfeld

https://laiensclub.wordpress.com/2017/10/31/kreuzf...
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