„Was ist los, Mädchen“

Kein Durchkommen für Victorias Felix Feist (rechts) gegen Rafael Kowalski. (Foto: fs)

Lauschpartie auf dem Sportplatz: Wenn man bei Kreisliga-Spielen jedes Wort hört

Fritz Schenkel, Stellingen

Der Publikumsandrang ist überschaubar: Zwei Männer und eine Frau genießen die herbstliche Sonne auf der „Gegengerade“ des vorderen Grandplatzes. In der zweiten Halbzeit wird sich ihre Zahl verdoppeln. Trainer, Betreuer und Bekannte der Mannschaften auf der Schattenseite zwischen den Trainerbänken bei den Schrebergärten zählen nicht. Ein Ausflug zur Wolfgang-Meyer-Sportanlage an der Hagenbeck-straße gehört offensichtlich nicht zu den bevorzugten Wochenendvergnügen.
Sollte es aber. Gerade, wenn dort „Pirouetten-Fußball“ aufgeführt wird. „Pirouetten-Fußball“ ist die Kreisklasse. Dort, in den untersten Ligen, verspringen den Spielern die Bälle ständig, und sie müssen sich blitzschnell drehen, um zu sehen, wo das Kunstleder geblieben ist.

Erster gegen Dritter – das Spiel hat es in sich

Das Derby der Staffel 6 zwischen dem 1. FC Eimsbüttel 2 und dem SC Victoria 3 hat es in sich: Erster gegen Dritter, beide nur durch einen Punkt voneinander getrennt. Der unschätzbare Vorteil des spärlichen Zuschauerzuspruchs: Man hört praktisch jedes Wort, das auf dem Platz fällt, ein Segen für den Genießer.
Einwurf für den FC, ein Spieler Victorias gibt seinem Kapitän Adam Lemkowski taktische Hinweise über die richtige Position. „Ich weiß, wie weit er wirft“, wischt dieser den gut gemeinten Ratschlag beiseite. Der Ball geht natürlich über den viel zu weit vorn postierten Lemkowski hinweg, und ein gefährlicher Angriff wird eingeleitet.
„Den darfst du nicht in die Hand nehmen“, begleitet ein FC-Akteur einen Rückpass auf seinen Torhüter Marco Neumann. Ein Laufduell gegen Victorias Felix Feist entscheidet Eimsbüttels Leo Baalmann mit Körperspannung und angelegten Armen für sich. Feist macht einen Satz zur Seite. „Was ist los, Mädchen“, tritt Baalmann verbal nach. Na ja.
Die Vorentscheidung ist nach dem 2:0 für die Hausherren schon nach 20 Minuten gefallen. Vielleicht bleibt es deswegen bis auf eine kleine Rangelei Mitte der zweiten Hälfte entspannt. „Kommt Jungs, mehr wollen“, kommentiert Maximilian Voigt sein 3:0, um kaum 15 Sekunden später das 4:0 für den 1. FC Eimsbüttel zu erzielen. 6:1 heißt es am Ende. Welch ein schöner Nachmittag für den unbeteiligten Beobachter.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.