TSV Stellingen – Familiensache

Da war was los: Schauturnen von Kindern in der Halle Wegenkamp, vermutlich 1972. (Foto: TSV Stellingen)

Wie Vorsitzende Elke Mohr in den Traditionsverein reingewachsen ist

"Mein ganzes Leben ist mehr oder weniger geprägt vom Verein“, sagt Elke Mohr. Die Vorsitzende des TSV Stellingen ist in den Verein reingewachsen, der Einsatz für die Stellinger Sportler war gewissermaßen eine Familienangelegenheit. Mohrs Großvater Wilhelm Beck-mann war von 1929 bis 1945 Vorsitzender, ihr Vater Willi Brinckmann von 1949 bis 1969. Mohr selbst steht seit 1996 an der Spitze des traditionsreichen Sportvereins.
1945 fing Elke Mohr als Fünfjährige mit Turnen an. Vereine waren damals mehr als nur eine Gelegenheit zum Sporttreiben. „Es gab in Stellingen die Kirche, die Diakonie, den Tierpark und eben den Sportverein, die etwas für die Menschen angeboten haben. Zur Schule gingen die Kinder noch im Schichtunterricht: eine Woche vormittags, eine nachmittags.“ Unterrichtet wurde in Baracken an der Jugendstraße und an einer Ecke am Sportplatz. Der TSV gehörte zu den Institutionen, mit denen die Kinder und Jugendlichen nach und nach etwas erleben konnten. Vereinsfahrten, Feste, Fasching, Weihnachtsmärchen.
Elke Mohr erinnert sich noch an das erste Vereinszeltlager in Grömitz. Das war 1950 ein Ereignis. Alles war recht rus-tikal: „Das Klo war ein Balken über einer Kuhle, gewaschen und Zähne geputzt haben wir uns mit Ostseewasser.“ Gegessen wurde noch auf Wehrmachtsgeschirr, das sonst keiner mehr brauchte.
Im selben Jahr wurde die im Zweiten Weltkrieg stark beschädigte Turnhalle neu eingeweiht, der Verein hatte wieder einen Treffpunkt. In den Jahren danach wuchs der TSV – mehr Mitglieder, neue Abteilungen. Ein großes Ereignis war 1972 das Kinderfest der Hamburger Turnerjugend auf dem Sportplatz Stellingen, das der TSV Stellingen ausrichtete. Wettkämpfe, Umzüge mit zwei Spielmannszügen durch Stellingen, Vorführungen und Staffelläufe. Insgesamt 781 Kinder aus 15 Vereinen nahmen daran teil.
Elke Mohr war lange Jahre Übungsleiterin in der Turnabteilung, heute geht sie noch als Teilnehmerin zur Gymnastik. Ein Leben im und für den Verein. Aber: „Nur der Vorsitz nützt nichts, die Mannschaft zählt“, sagt sie.
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