Trauer um Walter Jens

Intellektueller und ETV-Fan in Jugendtagen: Walter Jens bei der 100-Jahr-Feier der Fußballabteilung. Der gebürtige Hamburger starb am Sonntag im Alter von 90 Jahren. (Foto: pr)

ETV erinnert an Intellektuellen und Fußball-Fan

Walter Jens war Rhetorik-Professor, Schriftsteller und ETV-Fan – der Eimsbütteler Turnverband erinnert an seinen prominentesten Anhänger. Jens starb am vorigen Sonntag im Alter von 90 Jahren.
Er erlebte die glorreichsten Tage des ETV-Fußballs, fieberte als Fan mit und prägte Jahrzehnte später einen Satz, mit dem sich der Traditionsverein heute noch gern schmückt. „Dehrle Ahlers, Otto Rohwedder, Herbert Panse, Kalli Mohr und Hanno Maack – wenn ich den letzten Goethe-Vers vergessen habe, werde ich den Eimsbütteler Sturm noch aufzählen können“, schrieb Jens in seinem Essay „Vorbei die Eimsbütteler Tage“ von 1974. Es war eine Erinnerung an die einfachen und handfesten Typen, die in seiner Jugend beim TV Eimsbüttel
kickten. Der 1923 geborene Hamburger wuchs in Eppendorf auf, spielte Fußball beim ETV. Der junge Jens erlebte die erfolgreichsten Zeiten der Eimsbütteler Elf mit. Während des „Dritten Reichs“, im nationalsozialistischen Deutschland zwischen 1933 und 1945, maßen sich die ETVer mit dem HSV und Werder Bremen. Diese Klasse erreichte der Club später nie wieder.
Jens gilt als einer der bedeutendsten Intellektuellen der Bundesrepubik, immer wieder mischte er sich politisch ein, engagierte sich unter anderem für die Friedensbewegung.
2006 war Jens Hauptredner während der 100-Jahr-Feier der ETV-Fußballabteilung. Es war einer seiner letzten öffentlichen Auftritte. Jens zog sich in jenem Jahr wegen seiner Demenzerkrankung aus der Öffentlichkeit zurück. „Wir trauern um einen großen ETVer“, sagte der ETV-Vorsitzende Frank Fechner.
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