Ringen um Sportspaß

Beliebt bei Fitnessbewussten: Bei Sportspaß treiben rund 60.000 Hamburger Frauen Sport. (Foto: panthermedia)

70.000 Mitglieder starker Verein will aus dem Hamburger Sportbund austreten

Gerd Eichbaum, Hamburg-West

Noch immer haben die Gespräche zwischen der Stadt Hamburg, dem Hamburger Sportbund (HSB) und Sportspaß über die zukünftige Stellung von Deutschlands größtem Sportverein aktiver Mitglieder zu keinem greifbaren Ergebnis geführt. Sportspaß hatte seine Mitgliedschaft im Fachverband Turnen und Freizeit zum Jahresende bereits gekündigt und denselben Schritt aus dem HSB angekündigt (das Elbe Wochenblatt berichtete).
„Wir sehen keinen Vorteil mehr darin, Mitglied des HSB zu sein. Die Förderrichtlinien des HSB sind ,zufällig' immer so gestrickt, dass wir an die großen Töpfe für Sanierung und Renovierung von Sportstätten nicht herankommen, aus denen sich die anderen größeren Vereine sehr erfolgreich bedienen“, hatte Sportspaß-Geschäftsführer Jürgen Hering den Schritt begründet.

SVE: „Es muss etwas Neues geben, das Sportspaß hält“

„Ich finde es schon erstaunlich, dass Sportspaß es hat knallen lassen, aber keine direkten Gespräche geführt hat“, kommentiert Martin Hildebrandt das Vorgehen. Hildebrandt ist Geschäftsführer des SV Eidelstedt und einer der Sprecher der Interessengruppe TopSportvereine Metropolregion Hamburg. In ihr haben sich 27 der angesprochenen Großsportvereine mit 130.000 Mitgliedern zusammengetan. Neben dem SV Eidelstedt sind das unter anderen der ETV, Grün-Weiß Eimsbüttel, Niendorfer TSV, ATV, Rissener SV oder der FC St. Pauli.
„Sollte Sportspaß tatsächlich aus dem HSB austreten, würde das die Schlagzahl des Sports gegenüber der Stadt nicht unbedingt erhöhen“, so die Einschätzung Hildebrandts. Als direkten Konkurrenten sieht er Sportspaß dabei nicht, zu unterschiedlich sei das jeweilige Profil. „Sportspaß ist in dieser Hinsicht auch nicht anders als kommerzielle Anbieter.“
Außer Frage steht für Hildebrandt jedoch, dass es für den organisierten Sport in Hamburg die bessere Lösung ist, dass der Großverein im HSB verbleibt. „Es muss etwas Neues geben, das sie hält, und ich glaube, dafür gibt es Spielräume. Eine Neuregelung des Eigenanteils bei Investitionen könnte eine Brücke sein.“ Bislang muss jeder Verein dafür einen Eigenanteil von zwei Euro pro Vereinsmitglied aufbringen. Bei mehr als 70.000 Mitgliedern, die Sportspaß hat, kommen schnell hohe Beträge zusammen. „Es darf jedoch keine ,lex sportspaß’ geben“, betont Hildebrandt.
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