Rennradfahren ist das neue Golfen

Jahr für Jahr, wenn der Frühling anbricht, kann man dasselbe Phänomen auf Hamburgs Straßen beobachten. Die Radfahrer kommen zurück auf die Straßen und man hat das Gefühl, es werden von Jahr zu Jahr immer mehr.

Was noch beeindruckender ist, es werden immer mehr Rennradfahrer. Immer mehr Menschen die ein neues Hobby, eine neue Leidenschaft, sogar einen neuen Sport für sich entdecken. Dieser Trend ist unbestritten erkennbar, aber woher kommt diese neue Generation von Rennradfahrern zu der ich mich auch zähle?

In meinem Fall war es eine Begegnung mit dem Schicksal.


Vor zwei Jahren habe ich mich dazu entschlossen wieder ein klein wenig aktiver zu werden, zu einem typischen Zeitpunkt wie ich denke. 39 Jahre alt, Übergewicht und bereits den zweiten Bandscheibenvorfall. Also beschloss ich mehr mit dem Fahrrad und weniger mit dem Auto zu fahren. Heutzutage geht es natürlich erst mal im Internet los mit der Suche nach einem passenden Drahtesel und siehe da ich verliebte mich quasi virtuell in ein Rennrad. Meine Frau fand die Idee so gut, dass sie mir das Fahrrad schenkte. EUR 1000,- Einsteigerklasse, aber ein solides Rennrad. Zuerst war es der Arbeitsweg, dann wurden es kurze Ausfahrten über 30 km, dann 40 km und so weiter.

Parallel dazu entdeckte ich, dass um mich herum lauter Rennradfahrer waren.

Auf der Arbeit und im Freundeskreis. Es schien mir, als ob die alle Ihr Hobby vor mir versteckt hatten. Ich hing mich immer an andere ran und wurde schließlich immer schneller und immer schlanker. Mein erstes Rennen fuhr ich im September 2015 in Schwerin. Es waren nur 50 km, aber ich war unglaublich stolz auf mich. Den nächsten Winter über ging es ins Fitnessstudio und die Kilos purzelten weiter, bevor es im Frühjahr wieder auf die Straße ging, hatte ich 30 kg weniger. 2016 Fuhr ich schon mehr. Unter anderem die Cyclassics 100 und wieder die Schweriner Seenrunde, aber dieses mal die Langstrecke (100 km). Rennrad fahren ist einfach der Hammer und der Einstieg ist wirklich einfach, weil man allein damit beginnen kann, in seinem eigenen Tempo. Rennradfahren schont die Knochen, denn im Gegensatz zum Joggen muss der Körper nicht immer das ganze Körpergewicht auffangen. Mit Übergewicht sollte man nicht joggen gehen, mittlerweile ist es für mich aber ein guter Ergänzungssport. In diesem Jahr fahre ich zur Vätternrundan nach Schweden, ein Radmarathon über 300 km und dass soll noch nicht das Ende sein.

Auf der anderen Seite haben wir in Hamburg all die Menschen die sich in den vergangenen Jahren ein Singlespeed Fahrrad gekauft haben, die sind noch immer extrem in. Aber irgendwann wird ein Gang einfach zu langweilig, deshalb steigen natürlich auch jüngere Leute auf das Rennrad um. Ein blick in die Nachbarschaft bestätigt: Es gibt immer mehr Fahrradhändler die Marken Rennräder führen oder sogar nur Sporträder verkaufen. Hört Euch mal in Eurem Freundeskreis um, ich wette jeder kennt einige Leute die Rennradfahren.

Denn: Rennradfahren ist das neue Golfen! Nur viel schöner, probiert es mal aus!

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