Kein „Zwergenaufstand“

Jürgen Glismann (links) und Friedrich Großmann wurden vom ETV-Vorsitzenden Frank Fechner ausgezeichnet. (Foto: pr)

Friedrich Großmann und Jürgen Glismann brachten den ETV auf Kurs zum professionellen Sportverein

Fritz Schenkel, Eimsbüttel

Sie haben den Eimsbütteler Turnverband (ETV) ein gutes Stück weit auf dem Weg zu dem Großverein begleitet, der er heute ist. Dafür zeichnete der ETV jüngst frühere Vorstandsmitglieder aus.
Der 75-jährige Friedrich Großmann, gelernter Steuerberater, trat als Neunjähriger in den ETV ein und probierte sich zunächst als Fußballer, dann beim Schwimmen und Wassersport, später beim Faustball. Nach diversen ehrenamtlichen Tätigkeiten wurde er Vorsitzender des Seniorenausschusses und der Aktion Spätlese, von Kritikern schon mal als „besonders einflussreiche Rentner-Abteilung“ bezeichnet, „die gegen Kritiker der Geschäftspraktiken des Vereins eingesetzt“ wurde.
Von 1989 war Großmann acht Jahre lang Verbandsvorsitzender und betrieb maßgeblich die Entwicklung zu einem „modernen, gesundheitsorientierten Breitensportverein“, so der heutige Vereinschef Frank Fechner. In diesem Zeitraum wuchs die Mitgliederzahl des ETV von knapp 7.000 auf über 10.000.
Glismann förderte den Weg zum Fitnessanbieter
Der vor kurzem 80 Jahre alt gewordene Jürgen Glismann trat als 16-Jähriger in den ETV ein und mauserte sich zu einem seiner erfolgreichsten Athleten überhaupt. Der Kanusportler wurde 1954 Hamburger Jugendmeister im Zweier-Kanadier, danach Deutscher Juniorenmeister, Deutscher Vizemeister und 1962 erstmals Deutscher Meister im Einer-Kanadier über 500 und 1.000 Meter. Es folgten bis 1967 viele weitere Titel und Meisterschaften im Einer- und Zweier-Kanadier. 1963 trat Jürgen Glismann zu den vorolympischen Wettkämpfen auf der Olympiabahn in Tokio an und gewann die Silbermedaille über 1.000 Meter im Einer- und Zweier-Kanadier.
Gemeinsam mit Großmann, dem er im Vorstand als Sportreferent zur Seite stand, arbeitete Glismann besonders an der Professionalisierung der Mitarbeiterstrukturen und der Erweiterung des Fitness-Bereichs. Je nach Sichtweise zukunftsweisend und durchsetzungsstark oder rücksichtslos setzte er dies als Verbandsvorsitzender nach 1997 durch. Widerstand dagegen wischte Glismann beiseite. „Einen Zwergenaufstand können wir im Verein nicht zulassen“, hatte er einmal zu einem Konflikt um Kündigungen in der Fitnesssparte gesagt.
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