Im „Palast der Winde“

„Eishockey spielt nur der HSV“: Coach Andris Bartkevics und Spieler Dustin Parks. (Foto: pr)

Der HSV ist die Konstante in der hamburgischen Eishockeyszene – ein Besuch in Stellingen

Fritz Schenkel, Stellingen

Der Kontrast könnte kaum größer sein. Dort die „Arena der wechselnden Namen“ im Volkspark. 13.000 Zuschauer fassende Heimspielstätte der Hamburg Freezers. Die bis 2002 als München Barons in Bayerns Landeshauptstadt beheimatet waren und dann von ihrem Besitzer, der Anschutz Entertainment Group, aus Marketing-Gründen nach Hamburg beordert wurden.
Hier die „Eisbahn Stellingen“. Ein großer Teil der überschaubaren hamburgischen Eishockey-Szene mit HSV, Molot EC und Altonaer SV teilt sich das Stadion mit eislaufenden Kindern, Jugendlichen und Familien. 1.500 Zuschauer passen unter das Zeltdach an der Hagenbeckstraße.

300 Zuschauer und ein Sturmtief


Knapp 300 sind es, die sich im „Palast der Winde“ zum Derby der Oberliga Nord gegen die in der Farmsener Eishalle beheimateten Hamburg Crocodiles eingefunden haben. Wie berechtigt der Kosename ist, den der HSV der Anlage gegeben hat, zeigt sich erst, wenn neben den 300 Zuschauern auch noch das Sturmtief „Gunvald“ dabei ist. „Gunvald“ jagt den Nieselregen unter das Zeltdach und wieder heraus. Für die eingefleischten Fans kein Problem.
Kleiner, aber wichtiger Trost für den HSV-Anhang: Die Derbypunkte bleiben nach dem 4:0-Sieg in Stellingen. Der Dreizehnte HSV kann den Sechzehnten Crocodiles in der Tabelle auf Abstand halten. Ansonsten sind seine sportlichen Aussichten
in Deutschlands dritthöchster Spielklasse eher bescheiden. Und in der Gunst der Zuschauer ist Blau-Weiß-Schwarz sogar Schlusslicht. Mehr als 200 kommen durchschnittlich nicht.
„Eishockey spielt nur der HSV“. Die Selbsteinschätzung auf den Plakaten ist so berechtigt wie selbstironisch. Der HSV ist so etwas wie die Konstante in der hamburgischen Eishockeyszene. Seit der Gründung der Abteilung 1968 gelang der Sprung in die Erstklassigkeit jedoch nie. Meist aus finanziellen Gründen mussten die Mannschaften teilweise wieder hinunter bis in die klassenniedrigsten Gefilde. Aber an einem tristen Novemberabend gemeinsam mit „Gunvald“ in Stellingen – das hat schon was.
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