HEBC träumt von Kunstrasen bis 2014

Grüner Kunstrasen statt dunkelrotem Grand:Henning Butenschön vom Vorstand des Fußballclubs HEBC schmiedet Pläne, um den Sportplatz an der Tornquiststraße zu verbessern. Foto: cv

Eimsbütteler Fußballclub will neuen Belag auf dem Platz an der Tornquiststraße schaffen

Im Sommer eine Staubwüste, im Winter eine Matschfläche: Der Fußballplatz an der Tornquiststraße in Eimsbüttel – von Kickern kurz „Reinmüller“ genannt – ist eine klassische Grandfläche mit allen Tücken. Seit Anfang Dezember geht draußen nichts mehr, die Spieler des Traditionsclubs HEBC drängeln sich in den beengten Sporthallen des Stadtteils. Das Training läuft nur eingeschränkt – das will der HEBC-Vorstand ändern. Ein Kunstrasenplatz soll her.
„Wir wollen konkurrenzfähig bleiben – nahezu alle Nachbarvereine haben bereits Kunstrasenflächen“, so Henning Butenschön, zweiter Vorsitzender des HEBC. Die Eimsbütteler befürchten, abgehängt zu werden. Etwa 450 Mitglieder sind im HEBC, es gibt 21 Mannschaften – 16 im Jugendbereich, fünf Erwachsenen-Teams. „Mehr als die Hälfte unserer Mitglieder sind jünger als 14 Jahre“, so Butenschön. „Wir haben eine soziale Verantwortung gegenüber den Kindern und Jugendlichen und wollen dieser mit einem Kunstrasenplatz noch gerechter werden.“
Solch ein Spielfeld ist leichter zu pflegen, auch bei Regen und sogar im Winter bespielbar. Auf der gleichen Fläche können somit wesentlich mehr Teams zum Zuge kommen.
Der Haken: 550.000 Euro würde es nach HEBC-Schätzungen kosten, den „Reinmüller“-Platz mit Kunstrasen auszustatten. 60 bis 80.000 Euro will der Verein selbst beisteuern. Die Hoffnung ruht auf dem Senat: Ab 2013 soll es von der Stadt wieder Geld geben, um betagte Sportstätten zu erneuern. Gespräche mit dem zuständigen Sportamt und der Bezirkspolitik hat der HEBC-Vorstand bereits geführt, für Zusagen ist es zu früh (siehe
Kasten).
Eimsbüttels rot-grünes Regierungsbündnis signalisiert Wohlwollen: „Wir unterstützen die Pläne“, sagen übereinstimmend Marc Schemmel (SPD) und Andreas Reichel (GAL), sportpolitische Sprecher ihrer Fraktionen. Für Reichel wäre zudem eine Quartiersgarage unter dem Sportplatz „wünschenswert“. Butenschön: „Wir sind aufgeschlossen.“ Aber er hat ein klares Ziel: 2014 würde er gern den grünen Kunstrasen auf dem Reinmüller schimmern sehen.

Gibt es Geld von der Stadt?
Seit 2009 hat der Senat mit 20 Millionen Euro städtische Sportplätze in ganz Hamburg erneuert. Eine Neu-Auflage dieser „Sanierungsoffensive“ ist für 2013 geplant. Eine Fördersumme steht noch nicht fest. Im Frühjahr sollen Sportflächen begutachtet werden, bis Ende des Jahres soll eine Liste der dringendsten Fälle stehen. Die Sportbehörde schränkt aber ein: Es gehe in erster
Linie um dringende Sanierungen, nicht unbedingt um Kunstrasen. Im Klartext: Grandplätze können auch als solche aufgemöbelt werden.
Der HEBC schmiedet derzeit Bündnisse mit umliegenden Schulen: Die Schule Tornquiststraße unterstütze die Pläne, ebenso die Schule Rellinger Straße. Da die Schulen ab 2013 Ganztagsunterricht anbieten, brauchen sie auch Sportflächen. Zudem sammelt der HEBC Unterschriften von Anwohnern, die genug haben von der Staubhölle an der Tornquiststraße.
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