Hamburger Sportbund muss sparen

Dem Hamburger Sportbund am Schlump stehen Kürzungen bevor. (Foto: fs)

Stadt gibt Hamburgs Vereinen mehr Geld – aber der Hauptverband wird zum Sparen gezwungen

Fritz Schenkel, Eimsbüttel

Noch nicht einmal 64 Prozent Ja-Stimmen. Auf einem Verbandstag für einen vom Verbandspräsidium eingebrachten Antrag ist das ein äußerst dürftiges Ergebnis. Mit diesem gefühlten Misstrauensvotum musste sich das Präsidium des Hamburger Sportbundes (HSB) bei der Abstimmung über den von ihm mit der Stadt ausgehandelten Sportfördervertrag für die Jahre 2017 und 2018 zufrieden geben.
„Mehr war nicht zu erreichen“, bewertet HSB-Präsident Jürgen Mantell die schwierigen Verhandlungen. Ein erheblicher Teil der auf dem Verbandstag anwesenden Vereinsvertreter teilte diese Einschätzung nicht. So forderte beispielsweise Gerd Augner vom Rissener SV, ehemaliges Präsidiumsmitglied des HSB, Nachverhandlungen mit der Stadt – unter großem Beifall.
Die Interessenvertretung von knapp 450.000 organisiert Sport treibenden Menschen ist seit Jahren chronisch unterfinanziert. Ein Haushaltsdefizit in Höhe von zuletzt 211.000 Euro konnte nur mit sämtlichen
Rücklagen ausgeglichen werden.

Sportbund kann nicht mehr alle Aufgaben erfüllen

In den Verhandlungen hatte es von Seiten der Stadt Zuckerbrot und Peitsche gegeben. Sie erhöhte zwar ihre unmittelbaren Zuwendungen um 250.000 Euro auf insgesamt knapp 7,9 Millionen, gleichzeitig diktierte sie dem HSB aber auch Einsparungen in Höhe von 75.000 Euro für 2017 und 150.000 für 2018 in den Bereichen Verwaltung und Personal in den Vertrag.
Für das sich so gern als „Sportstadt“ titulierende Hamburg vergleichsweise lächerliche Beträge. Der HSB dagegen sitzt in einem Schraubstock fest. Seine Mitarbeiter haben in einem offenen Brief schon mal darauf hingewiesen, dass nach Personaleinsparungen „nicht mehr alle Aufgaben und Dienstleistungen“ erfüllt werden können. Zugleich sind die Mitgliedsbeiträge um 30 Prozent erhöht worden. Daneben ist von einer internen Arbeitsgruppe ein Vorschlag für eine Strukturreform erarbeitet worden. So sollen von 2017 an unter anderem ein hauptamtlicher Vorstand und eine „deutliche Verschlankung der Gremienarbeit“ für
die geforderten Einsparungen sorgen.
Wie sagte doch Sportstaatsrat Christoph Holstein auf dem Verbandstag: „Sport wird mehr denn je das Lebensgefühl unserer Stadt prägen.“ Bleibt die Frage: Wer zahlt welchen Preis dafür?
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