Grundschüler wollen Plastikgrün

Sie wollen auch im Winter draußen toben können: die Schüler der Klasse 1c der Schule Tornquiststraße mit Lehrerin Tatjana Thiel. (Foto: cvs)

Auch Schulen wünschen sich Kunstrasen für den „Reinmüller“-Platz in Eimsbüttel

Christopher von Savigny, Eimsbüttel – Beim Thema „Kunstrasenplatz“ sind die Verantwortlichen des Hamburg-Eimsbütteler Ballspiel-Clubs (HEBC) offenbar ein gutes Stück vorangekommen: „Mittlerweile haben wir über 50.000 Euro an Eigenkapital gesammelt“, freut sich der zweite Vereinsvorsitzende Henning Butenschön. 60.000 bis 80.000 Euro will der Verein für das Plastikgrün ausgeben, den restlichen großen Batzen von knapp 500.000 Euro soll die Stadt zahlen. Ob aus der Sanierung tatsächlich etwas wird, entscheidet das Sportamt Ende des Jahres.
Der HEBC-Sportplatz – im Viertel kurz als „Reinmüller“ bekannt – braucht dringend einen neuen Belag. Das Problem: Im Winter verwandelt sich das Areal in eine Matschwüste, im Sommer wird so viel Staub aufgewirbelt, dass sich Anwohner beschweren. Es zirkuliert eine Unterschriftenliste, 350 Kunstrasen-Befürworter haben bislang unterzeichnet.
Unter dem entweder staubigen oder matschigen Geläuf leiden auch die Schüler der angrenzenden Schulen: „Unsere Schüler müssen wenigstens eine Sportstunde pro Woche draußen verbringen können“, sagt Tatjana Thiel, Sportkoordinatorin der Grundschule Tornquiststraße. „Aber das ist auf diesem Platz zwischen November und März nicht möglich.“ An der Schule wird der Ganztagsbetrieb geplant: Die Angebote gestaltet mit dem Eimsbütteler Turnverband (ETV) ein weiterer lokaler Sportverein.
Die Grundschule Rellinger Straße richtet auf dem „Reinmüller“ einmal jährlich ihren „Relli-Cup“ aus. „Die letzten Jahre haben gezeigt, wie wichtig und förderlich dieses Fußballturnier für unsere Schüler ist“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Silke Bluhm. Im November wollen die Schulen den HEBC mit einem Spendenlauf unterstützen.
Die Behörde will ihre hamburgweit 149 bezirklichen Sportplätze nach und nach auf Vordermann bringen. Wieviel investiert wird, entscheidet sich von Fall zu Fall. „Entscheidend ist der technische Zustand des jeweiligen Platzes“, sagt Frank Reschreiter, Sprecher der Behörde für Inneres und Sport.

Hintergrund: Kunstrasenplatz
Bei Hamburgs Sportvereinen ist Kunstrasen äußerst beliebt. Zu den größten Vorteilen zählen der geringe Pflegebedarf und die hohe Belastbarkeit. Etwa zehn bis 15 Jahre soll ein solches Geläuf halten, der dafür nötige Unterbau mindestens doppelt so lange.
In der Regel ist ein Kunstrasenplatz wasserdurchlässig, kann also auch bei stärkstem Regen bespielt werden. International ist Kunstrasen auch im Profifußball zugelassen, in Deutschland aufgrund einer DFB-Bestimmung jedoch nur unterhalb der Regionalliga.
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