Geldstrafe für Fanmob

Fan-Ausflug mit Folgen: Per Doppeldecker-Bus fuhren Anhänger des FC Alsterbrüder zum Oddset-Pokal-Spiel nach Seestermühe. Einige schlugen über die Stränge und brockten dem Club eine saftige Geldstrafe ein. (Foto: Volker Scharrnbeck)

Wie die Fans des FC Alsterbrüder es neulich ein bisschen übertrieben haben

Das war das Spiel des Jahres für sie: Oddset-Pokal, vierte Runde! Die Kreisliga-Kicker des FC Alsterbrüder (FCA) hatten es überraschend weit gebracht. Der euphorische Fantross übertrieb es aber ein bisschen: Für „grob unsportliches Verhalten“ wurde der Eimsbütteler Verein nun zu einer Geldstrafe verdonnert.
Anfang Oktober, Tag der Deutschen Einheit: Zum Derby gegen den TSV Seestermüher Marsch (liegt bei Elmshorn) hatten Fans einen Doppelde-ckerbus gemietet. Etwa 70 junge Anhänger machten sich auf den Weg – und kamen nach reichlich Bier gut gelaunt bis stark betrunken am Spielort an. Sportlich hatten die Hamburger den Gastgebern an diesem Tag wenig entgegenzusetzen: Bald lag die FCA-Elf zurück, die Partie war verloren.
Die Fans am Rand setzten dafür umso mehr Akzente: Ein nackter Alsterbrüder-Anhänger lief auf den Platz. Eine Werbebande wurde demoliert. Ein FCA-Fan schlug einem Linienrichter eine Fahne aus der Hand. Dann hüllten die Hamburger den Platz in blau-gelbe Nebelschwaden: Sie zündeten Bengalos – ist verboten bei Fußballspielen.
Der Hamburger Fußball-Verband verdonnerte den Club wegen „grob unsportlichen Verhaltens“ zu einer Geldstrafe. Zudem gab es mahnende Worte, die Fans besser im Zaum zu halten.

Im Februar gibt es ein
Soli-Spiel mit Seestermühe

FCA-Vorsitzender Jörg Heinsohn will das Fehlverhalten nicht schönreden, der Club akzeptiert die Strafe. „Aus unserer Sicht stimmt hier aber das Verhältnis nicht. Wir als Kreisligist müssen 450 Euro zahlen, große Bundesligaclubs kommen für ähnliche Fan-Vergehen mit wenigen Tausend Euro davon“, klagt der Clubpräsident. „Im Amateurbereich ist es schwierig, Einfluss auf die Anhänger zu nehmen. Wir können ja nicht alle kennen, die aus dem Umfeld der Mannschaft kommen.“
Im Februar gibt es übrigens ein Wiedersehen mit den Sees-termühern: Die Marschkicker kommen zum Freundschaftsspiel auf den Gustav-Falke-Platz. Mit den Einnahmen soll ein Teil der Geldbuße abbezahlt werden ...
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