Ein Sportler kämpft sich zurück ins Leben

Der Sport half ihm sich aufzurappeln: Nach einem schweren Unfall fand Heino Sietas (vorn, rechts) beim Taekwondo wieder Halt. Er machte die Prüfungen des schwarzen Gurts bis hinauf zum 3. Dan. (Foto: pr)

Aktiv für die Jugend, trotz eines schweren Schicksalsschlags: Heino Sietas (60) von der Sportschule Tangun

Christopher von Savigny, Eimsbüttel

Heino Sietas (60) bleibt lieber im Hintergrund, dabei hat er eine rührende Geschichte zu erzählen. Von einem, der am Boden lag und sich dank eines Freundes wieder aufrappelte.
Sietas engagiert sich seit vielen Jahren beim Eimsbütteler Taekwondo-Verein Tangun für die Jugend. Er ist Trainer, Betreuer, Jugendwart und Kampfrichter. Vor 13 Jahren verunglückte Sietas – schon damals begeisterter „Taewondoka“ – schwer bei einem Motorradunfall. Diagnose: schwere innere Blutungen, Oberschenkel und Arme kaputt. „Es hieß, er würde wahrscheinlich nicht durchkommen“, erinnert sich sein damaliger und heutiger „Chef“ Oktay Cakir, Leiter und Inhaber der Tangun-Sportschule. Doch Sietas schaffte das Unglaubliche, kam nach und nach immer mehr zu Kräften – jedenfalls körperlich. „Innerlich wollte ich eigentlich gar nicht wieder aufstehen“, sagt Sietas. „Dass ich mich da doch noch reingekämpft habe, verdanke ich ausschließlich Oktay!“ Regelmäßig habe der Vereinsleiter den Rekonvaleszenten im Rollstuhl in die Sporthalle geschoben, ihm die kämpfenden Kinder und Jugendlichen gezeigt und gesagt: „So wollen wir dich auch bald wieder sehen.“
Das Wunder geschah: Sietas fing nicht nur wieder mit dem Sport an, sondern setzte auch seine Trainerausbildung fort, die er vor seinem Unfall begonnen hatte. Er absolvierte sämtliche Prüfungen des schwarzen Gurts bis hinauf zum 3. Dan – und das, obwohl er seit dem folgenschweren Unfall den rechten Arm nicht mehr bewegen kann. „Tatsächlich merkt man gar nicht, dass er alles nur noch mit einem Arm macht“, sagt sein Freund und Förderer Cakir.
Bei der Sportlerehrung der Bezirksversammlung Eimsbüttel wurde Sietas für seine ehrenamtlichen Verdienste ausgezeichnet. Und für seine Fähigkeit, nach einem schweren Schicksalsschlag wieder aufzustehen und weiterzumachen. „Sie haben sich nicht unterkriegen lassen und sich wacker ins Leben zurückgekämpft“, hieß es in der Laudatio der Bezirksversammlung.

Tangun

Die Sportschule Tangun hat in diesem Jahr das „Grüne Band“ für vorbildliche Talentförderung erhalten – als einziger Taekwondo-Verein in ganz Deutschland.
Insgesamt wurden bei der Preisverleihung im Bezirksamt Eimsbüttel 32 Tangun-Sportler geehrt.
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