Bei den „Koalas“ wird nicht gerempelt

Wer später mal "richtig" Rugby spielen möchte, wird bei den Koalas des ETV (in den orangenenTrikots) mit der Tag-Rugby-Variante an den Sport herangeführt. (Foto: Koalas)

Rugby: Im Eimsbütteler TV spielen die Jüngsten „Tag-Rugby“ – Jörg Klodzinski will Schul-Rugby fördern

Von Jens Beeskow

Denkt man an Rugby, dann stellt man sich unwillkürlich muskelbepackte Kerle vor, die mit Urgewalt aufeinanderprallen. In Eimsbüttel wird eine andere Seite dieser Sportart gezeigt. Da jagen „Koalas“ den ovalen Ball – und greifen nach bunten Fähnchen (Tags), die an jedem Spieler befestigt sind. „Tag-Rugby“ nennt sich diese Variante ohne brutales Rempeln, mit der beim ETV Jungs und Mädchen ab fünf Jahren an das klassische Rugbyspiel herangeführt werden.
Erst vor gut sechs Jahren hat Jörg Klodzinski damit begonnen, Kids auf diese Art und Weise seinem Sport näherzubringen. „Angefangen hat es mit meinem Sohn und vier, fünf seiner Freunde im Kindergarten ‘Die halben Meter’“, berichtet Klodzinski, der selbst seit seinem sechsten Lebensjahr Rugby spielt. „Als es dann immer mehr Kids wurden, haben wir uns vor etwa vier Jahren dem Eimsbütteler TV angeschlossen.“

Sparte mit 60 Kindern zwischen fünf und 14 Jahren
Aktuell umfasst die Sparte fast 60 Kinder zwischen fünf und 14 Jahren, die bis zum Alter von zehn Jahren Tag-Rugby und danach Rugby mit Kontakt spielen. In seiner eigenen Jugendzeit hat es sowas wie kontaktloses Rugby noch nicht gegeben. In Hamburg hat der heute 47-jährige Sportlehrer die Tag-Variante, die mittlerweile in fast allen großen Rugby-Nationen gespielt wird, überhaupt erst eingeführt.
„Im Juni können wir mit unserer U12 erstmals zu einer Deutschen Meisterschaft fahren – allerdings im Kontakt-Rugby.“ Einen geregelten Spielbetrieb im Tag-Rugby gibt es nämlich noch nicht in Deutschland. „Wir sind mit allen Teams regelmäßig auf verschiedenen Turnieren, spielen in Potsdam, Bremen oder Hannover. Wir waren auch schon mal in Dänemark.“
Klodzinski ist auch bemüht, Hamburger Schülern den Rugbysport näher zu bringen. An einigen Schulen gibt er Kurse. „In England ist Rugby Pflicht ab der ersten Klasse. Ich denke, es eignet sich auch ideal für den Schulsport, wo ja neben der körperlichen Bewegung auch motorische Grundfähigkeiten geschult werden sollen.“ Dass Rugby eine besondere Verletzungsgefahr birgt, sei ein Vorurteil. Es sei statistisch erwiesen, dass zum Beispiel Fußball in dieser Hinsicht viel gefährlicher sei. Und beim Tag-Rugby ist das erst gar kein Thema.
Die Koalas trainieren immer montags und donnerstags im Wehberspark in Eimsbüttel. Mehr Infos gibt es unter
www.web.etv.hamburg/sportarten/
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