Als Schiri in Santa Fu

Klaus Kubick hat 60 Jahre Fußballspiele gepfiffen – 52 Jahre davon führte er Buch über die Partien. Dann war es ihm einfach zu aufwendig. (Foto: fs)

Klaus Kubick war 60 Jahre lang Schiedsrichter – der Eimsbütteler leitete manch denkwürdige Partie

Von Fritz Schenkel, Eimsbüttel

Es müssen an die 2.000 Fußballspiele gewesen sein, die er gepfiffen hat. Die genaue Zahl weiß aber selbst Klaus Kubick nicht. Der 77-Jährige ist 60 Jahre lang für Grün-Weiß Eimsbüttel Schiedsrichter gewesen und hat darüber genauestens Buch geführt. Jedenfalls vom 9. Oktober 1954 – HEBC 2. Knaben gegen Stellingen 88 2. Knaben 0:3 – bis zum 30. September 2006 – Victoria 1. Senioren gegen Rahlstedt 4. Senioren 5:2.
„Dann wurde mir die Buchführung einfach zu nervig und ich habe damit aufgehört“, so Kubick. Sein letztes Spiel hat er 2013 geleitet. „Dann musste ich aus gesundheitlichen Gründen leider aufhören.“
Angefangen hat das alles auf dem Wolfgang-Meyer-Sportplatz in Stellingen. Er habe bei einem A-Jugend-Spiel zugeschaut, der Spielleiter habe gefehlt und dann habe irgendjemand gesagt: „Mach Du das mal.“ So einfach ist das manchmal im Leben.
Es kann aber auch ganz anders sein. „Das schlimmste Spiel, das ich jemals gepfiffen habe, war in Fuhlsbüttel.“ Im Knast. Klaus Kubick schüttelt noch Jahre danach mit dem Kopf. Aber es war nicht das Spiel selbst, sondern der Weg in die Strafanstalt: Taschenkontrollen, mehrere Schleusen, prüfende Blicke. Und dann: Klaus Kubick wird der erste Schiedsrichter, der sich getraut hat, einen Spieler der Gefängnisauswahl Eintracht Fuhlsbüttel vom Platz zu stellen. „Endlich mal einer“, habe ihn daraufhin der Trainer beglückwünscht. Vom Publikum hinter den vergitterten Fenstern habe es Beifall gegeben.

Er ermahnte Eugen Block, wegen vieler Fouls

Bekanntlich ist Beifall auf dem Platz für die Entscheidungen des Schiedsrichters nicht die Regel. „Das liegt aber auch am Schiedsrichter. Dessen Ansprache ist sehr wichtig. Ich habe mit der direkten im Vorbeigehen sehr gute Erfahrungen gemacht“, plaudert Kubick aus seinem Erfahrungsschatz aus Punktspielen, Betriebs- und Freizeitfußball. So habe er den Steakhouse-Unternehmer Eugen Block einmal angepfiffen. „Der foulte nämlich gerne. Ich warnte: ,Noch einmal, und Sie sind unten.’“ Daraufhin sei der erschrockene Mannschaftskapitän zu ihm geeilt: „Das können Sie doch nicht machen, das ist unser Chef.“ Kubick musste nicht, denn Block hielt sich in diesem Spiel fortan zurück. „Die Schiedsrichterei hat mein Leben verändert. Ich habe gelernt, auf Menschen zuzugehen“, bilanziert der gelernte Schlosser.
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