"Achten Sie auf ihre Rucksäcke!"

In der Kreisklasse gibts noch keine trennenden Zäune: 1. FC Eimsbüttel-Keeper Stephan Hohmann und der Falke-Anhang. (Foto: fs)

Fankultur mit viel Ironie: Der HFC Falke zelebriert sich und seine Gegner

Fritz Schenkel, Eimsbüttel
Einen Nachmittag mit sieben Gegentoren zu genießen, ist nicht einfach. Stefan Hohmann, Torhüter des Fußball-Kreisklassisten 1. FC Eimsbüttel, sollte es dennoch unbedingt versucht haben. Denn solche Nachmittage wie den der 0:7-Klatsche seiner Mannschaft im Eimsbütteler Derby gegen den HFC Falke wird er wohl nicht mehr erleben.
Zum einen betrachtet der Tabellenführer der Kreisklasse 5 Hamburgs unterste Spielklasse ohnehin nur als Durchgangsstation in höhere Gefilde. Auch wenn der Klub von HSV- und Ex-HSV-Mitgliedern aus Protest gegen Ausgliederung des Profifußballs aus dem Gesamtverein und den „Verkauf“ seiner „Seele“ gegründet worden ist.

Eimsbüttels Torwart wird milde verhöhnt

Zum anderen wurde Hohmann in der zweiten Halbzeit bei jeder Aktion mit Sprechchören gefeiert. „Du kleiner, grüner Schmetterling.“ Natürlich kann in der Kreisklasse nicht jede Parade die Eleganz eines Manuel Neuer verströmen. Natürlich war die feine Ironie des Falke-Fanklubs hinter seinem Tor nicht zu überhören. Trotzdem war es auch irgendwie Hohmanns Tag.
Denn die Ironie, die gegen den Ex-Herzensklub verströmt wurde, war ungleich derber. „Wir sind von Falke, wir können saufen, wir spielen Fußball und lassen uns nicht verkaufen“, gehört zum Standardrepertoire der Sprechchöre des vielhundertköpfigen Anhangs. Und auch die Lautsprecher-Durchsagen können es in sich haben: „Achtung, an alle Zuschauer. Achten sie auf ihre Rucksäcke. Nicht, dass die nachher bei der Presse landen“ – der Sprecher im Stadion von Union 03 an der Waidmannstraße schüttete jede Menge Häme über HSV-Sportchef Peter Knäbel aus, dessen Rucksack mit Gehaltslisten der HSV-Profis neulich in einem Park gefunden wurde.
Das Projekt HFC Falke, benannt nach einem der drei Gründungsvereine des HSV, wird derzeit von allen Seiten mit viel Sympathie verfolgt – außer wahrscheinlich im Rest-HSV. Aber je höher es geht, umso weniger wird der derzeit zweithöchste Zuschauerschnitt im Hamburgs Amateurfußball ausreichen. Ebenso wie das derzeit noch sehr dezente Sponsorentum. Die Proben aufs Exempel kommen noch.
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