Autowäsche muss sein – Aber nicht vor der Haustür!

Im Frühling sieht man sie wieder häufiger: Autobesitzer, die ihr Fahrzeug auf ihrem Grundstück oder sogar am Wegesrand per Hand waschen und auf Hochglanz polieren. Der Umwelt tut man damit aber nichts Gutes – und erlaubt ist das Waschen unter freiem Himmel meist auch nicht.
Bei der Autowäsche fällt Schmutzwasser an, das Kraftstoff-, Öl-, Ruß- und Schwermetallpartikel enthält. Verwendet man ein Reinigungsmittel und nicht nur Wasser zur Wäsche, kommen zudem waschaktive Substanzen, die sogenannten Tenside, hinzu. All diese Stoffe gelten als Gewässer schädigend und dürfen laut Gesetz weder in Gewässer gelangen noch im Boden versickern.
Gewässer schädigende Stoffe dürfen aber auch nicht direkt in die öffentlichen Abwasseranlagen geleitet werden. Autowaschanlagen müssen daher mit speziellen Rückhalteeinrichtungen ausgerüstet sein, den sogenannten Leichtflüssigkeitsabscheidern oder auch Ölabscheidern nach DIN 1999. Wer wissen möchte, wie die genau funktionieren, kann das zum Beispiel bei Wikipedia nachlesen.
Die Gesetzeslage ist eindeutig

Was heißt das jetzt aber für die private Autowäsche? Es hilft ein Blick ins Hamburger Abwassergesetz. Dort steht klipp und klar (§9 Abs. 5): „Auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen ist das Waschen von Kraftfahrzeugen und deren Anhänger sowie die Durchführung
von Ölwechseln verboten.“ Auf privaten Grundstücken ist die Autowäsche ebenfalls verboten, wenn es dort die bereits erwähnten Leichtflüssigkeitsabscheider mit Sielanschluss nicht gibt – und das ist in den allermeisten Fällen der Fall.
Moderne Waschanlagen schonen die Umwelt
Die Gesetze und Vorschriften sind das eine, die Umwelt das andere. Bei der Autowäsche mit dem Gartenschlauch verbraucht man schnell mal 500 Liter Trinkwasser. In modernen Waschstraßen mit Wasserrückgewinnung sind es pro Waschgang nur 15 bis 25 Liter. Es gibt sogar Waschanlagen, die das Waschwasser zu 100 Prozent wieder verwendet wird und bei denen kein Abwasser und keine Sonderabfälle anfallen.
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