„Zusammenleben gestalten“

Initiativen aus der Flüchtlingshilfe gründen ein Bündnis

Sören Reilo, Hamburg-West

Aus dem Nebeneinander soll ein Miteinander werden: 241 Helfer aus 97 Initiativen schließen sich zum Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen zusammen. Ziele: den Austausch untereinander verbessern, gemeinsame Positionen bestimmen und gegenüber Politik und Behörden vertreten.
In Lurup und Eidelstedt, im Osdorfer Born, in Blankenese, Bahrenfeld, Stellingen, Eimsbüttel und im Karolinenviertel: Seit Sommer 2015 sind in Hamburg tausende Bürger in der Flüchtlingshilfe aktiv. Das Engagement reicht von Deutschkursen, Kleiderkammern über Kinder- und Sportangebote bis hin zur Betreuung in Unterkünften.
Gemeinsames Ziel der Aktiven ist, sich für die Integration der Angekommenen einzusetzen und das Zusammenleben in der Stadt Hamburg zu gestalten. „Integration ist kein Schlagwort, sie ist vielmehr eine komplexe Aufgabe der gesamten Gesellschaft“, heißt es in einem Aufruf.
Die Initiativen setzen sich unter anderem für Standards in Flüchtlingsunterkünften ein, für Bleibe-, Wohn-, Bildungs- und Arbeitsperpektiven der Schutzsuchenden. Gefordert wird eine massive Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus und die Einbeziehung der Geflüchteten. Die Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in der Flüchtlingshilfe soll verbessert werden.

Bürgerengagement ist
auch politische Botschaft


„Durch das Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen werden wir uns aktiv an der Entstehung einer wirklichen Kultur des Willkommens und des zukünftigen Zusammenlebens beteiligen“, so das neu gewählte Sprecherteam.
Die Bündnispartner verstehen ihre Arbeit nicht nur als Bürger-engagement, sondern auch als politische Botschaft: „Wir begreifen Migration, Flucht und Asyl als Menschenrecht. Bei uns angekommen, müssen sich die Menschen auf ein verbindliches Rechtssystem verlassen können. Asyl ist ein Grundrecht. Grundrechte von Menschen sind kein Gegenstand von Volksentscheiden. Die Würde aller Menschen ist unantastbar”, heißt es in einem Aufruf.
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