Zurück nach der Zwangspause

Obst- und Gemüsehändler Mustafa Zeybek darf für mindestens ein weiteres Jahr seinen Stand am Schanzenbahnhof betreiben. Seit 1997 verkauft er dort frische Waren an die Reisenden. (Foto: rs)

Schanzenbahnhof: Obsthändler Mustafa Zeybek bekommt neue Verkaufsgenehmigung

Von Reinhard Schwarz, Sternschanze – Knapp ein halbes Jahr musste er seinen Stand schließen, nun ist er zurück: Mustafa Zeybek verkauft an seinem Stammplatz am Bahnhof Sternschanze wie eh und je Melonenviertel, frisch gepresste Gemüsesäfte, Feigen und Datteln, Äpfel und Birnen. Stolz zeigt der Händler eine Verfügung des Bezirksamts Altona, die ihm das Verkaufsrecht einräumt – allerdings vorerst befristet bis zum 13. September 2014. „Die Kunden sind begeistert und freuen sich, dass ich wieder da bin“, sagt der Händler strahlend.
Rückblende: Im März sah es so aus, als müsste der Obsthändler seinen Stand nach mehr als 15 Jahren schließen. Wegen des Umbaus der Straße Sternschanze sollte er weg, und nach dem Willen des Bezirksamts Altona sollte er auch keine neue Verkaufsgenehmigung mehr bekommen. Für den Händler, der mit dem Obst- und Gemüseverkauf seine erkrankte Frau und drei Kinder ernährt, eine Ka-
tastrophe. Doch zahlreiche Kunden solidarisierten sich mit Zeybek, die Presse und auch die örtliche Politik schalteten sich ein.
„Der Obststand wurde damals zur sozialen Kontrolle an dem Standort eingerichtet und zu einer Bereicherung für die Schanze“, sagt der Altonaer Politiker Mark Classen (SPD), der sich für eine Sondernutzungsgenehmigung für Zeybek einsetzte. Ende der 1990er Jahre galt die Schanze noch als soziales Problemgebiet mit einer aktiven Drogenszene. Der Obststand war ein Farbtupfer im
tristen Erscheinungsbild des Bahnhofs. „Man kann nicht einfach sagen: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen“, sagt Classen. Von daher habe er „alle Hebel in Bewegung gesetzt“, damit der Obst- und Gemüsestand an der Stelle bleiben könne, so der Planungsexperte.
Während der Zwangspause hat Zeybek seinen Stand auf Vordermann gebracht und sich um seine kranke Frau gekümmert. Ihr gehe es nun wieder besser, sagt der Händler. „Ich danke meinen Kunden im Schanzenviertel, die mich unterstützt haben, und auch Herrn Classen, der sich für mich eingesetzt und sein Versprechen gehalten hat.“
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