Zu viele Anträge, zu wenig Personal

Thomas M. hat einen Geheimtipp für genervte Eimsbütteler: „Ich war beim Bezirksamt in Fuhlsbüttel mit dem Kinderausweis. Das Amt liegt in der Nähe meines Arbeitsplatzes. Und was soll ich sagen: Ich kam nach nur 15 Minuten Wartezeit dran und war höchst zufrieden mit der Bearbeitung." (Foto: jc)

Lange Wartezeiten im Kundenzentrum Eimsbüttel – Amt ist hilflos, Bürger sind genervt

Jennifer Calvi, Eimsbüttel

Passverlängerung, Meldebescheinigung, Ausweis für die Kinder – wer in Eimsbüttel so etwas braucht, sollte sich vorsichtshalber Urlaub nehmen. „Ich war jetzt schon zweimal da, weil ich im Herbst einen neuen Reisepass benötige. Zwei Stunden habe ich gewartet, ohne dass die Schlange vor mir kürzer wurde. Als ich gefragt habe, ob ich kurz mal dazwischen drankommen könnte, hieß es, nein, wenn ich nicht warten könne, soll ich ein anderes Mal wiederkommen“, erzählt Christa T. (77) aus Eimsbüttel.
Die Rentnerin war ein weiteres Mal auf dem Amt – wieder erfolglos, wieder mit stundenlanger Wartezeit. „Es hieß dann, ich könnte mir ja über das Internet einen Termin holen, aber ganz ehrlich: Das kann ich gar nicht“, sagt sie.

„Kundenzentren-Termine nahezu ausgebucht“
Auch Thomas M. (44) aus Hoheluft ist leicht genervt. „Ich muss einen Kinderausweis für meine Tochter beantragen. Ich arbeite im Schichtdienst, kann mich also mal einen Vormittag ins Kundenzentrum setzen, aber um die Zeit ist es echt schade.“
Elmar Schleif vom Bezirksamt Eimsbüttel räumt Probleme ein, aber: „Es handelt sich nicht allein um eine Problematik der Eimsbütteler Kundenzentren“, sagt der Fachamtsleiter. „Das Terminangebot vieler Hamburger Kundenzentren ist derzeit leider nahezu komplett ausgebucht.“ Woran liegt’s? Schleif: „Die Gründe liegen unter anderem in einer saisonal bedingten erhöhten Nachfrage.“ Auch führe die Schließung des Kundenzentrums Stellingen vor vier Jahren zu einem erhöhten Kundenaufkommen in Eimsbüttel und Lokstedt, so Schleif. Man arbeite jedoch an der Lösung des Problems: Mehr Personal soll her, das Terminbuchungssystem verbessert werden.
Gibts in Notfällen eine Alternative? Schleif rät: „Wenn ein Dokument abgelaufen ist oder ein anderer wichtiger Grund vorliegt, kann man auch ohne Termin kommen.“ Aber Achtung: „Zur Beurteilung der Dringlichkeit werden Nachweise benötigt, zum Beispiel eine Buchungsbestätigung bei einer kurzfristigen Reise.“ Es werde dann nach einer individuellen Lösung gesucht. Bei gesetzlichen Fristen, zum Beispiel bei Ummeldung eines Wohnsitzes, gilt schon die Terminbestätigung als Nachweis für die Fristeinhaltung. Und: Die Bürger können sich an alle Hamburger Kundenzentren wenden – auch außerhalb ihres Bezirks.
Termine gibts maximal 60 Tage im Voraus unter
www.hamburg.de/kundenzentrum

Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Welche Erfahrungen haben Sie in Kundenzentren der Bezirksämter gemacht? Klappt es dort? Was kann wie besser werden?
Schreiben, faxen oder mailen Sie uns!
Wochenblatt-Redaktion
Stichwort „Kundenzentren“
Harburger Rathausstraße 40, 21073 Hamburg
Fax 040/85 32 29 39
E-Mail: post@wochenblatt-redaktion.de
Betreff: Kundenzentren
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.