Zu schnell in der 30er-Zone

Tempo 30 gilt tagsüber vor vielen Schulen – auch an der Bundesstraße in Eimsbüttel. Dennoch sind viele Autofahrer zu schnell unterwegs. Der ADAC fordert mehr Kontrollen. Foto: cv

Studie des ADAC: Ein Drittel der Autofahrer ignoriert Tempolimits

Carsten Vitt, Eimsbüttel

In Tempo-30-Zonen wird immer noch zu schnell gefahren, vor allem vor Schulen. Etwa 30 Prozent der Fahrer halten sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Das ist das Ergebnis einer hamburgweiten Studie des ADAC Hansa (siehe Text rechts). Der Verkehrsclub hält die Zahlen für alarmierend. „Wer vor Schulen nicht vom Gas geht, handelt mindestens fahrlässig. Dessen sollte sich jeder bewusst sein“, sagt Ingo Meyer, Vorstandsvorsitzender des ADAC Hansa.
Für die Studie wurde unter anderem an den Eidelstedter Schulen Heidacker und Rungwisch gemessen. Ergebnisse: Bis zur Hälfte der Fahrzeuge ist dort zu schnell unterwegs. Spitzenwert: 83 km/h in der 30er-Zone. Die Ergebnisse decken sich grob auch mit Zahlen, die der Polizei für die Bundesstraße in Eimsbüttel vorliegen.
Hier wurde 2015 nach einem tödlichen Unfall und Protesten von Eltern zwischen der Brücke über den Isebekanal und der Kippingstraße ein 800 Meter langer Tempo-30-Abschnitt eingerichtet. Zwei Gymnasien, eine Grundschule, ein Sportzentrum und Sportplätze liegen in diesem Bereich, in dem täglich mehr als 2.000 Kinder und Jugendliche unterwegs sind.
Ergebnis der jüngsten Messung an der Bundesstraße im Februar: Etwa 20 Prozent aller Fahrzeuge sind schneller als mit 40 Stundenkilometern unterwegs, ein bis zwei Prozent fahren über 50.
Für die Polizei sind das keine besonders auffälligen Werte. Die Bundesstraße galt und gilt nicht als gefährlich. Gegen Verstöße gegen das Tempolimit tue die Polizei, was sie könne, und kontrolliere regelmäßig. Im vergangenen Jahr gab es zudem zwölf Messungen. „Aber wir können die Fahrer nicht bekehren“, so Ralf Schlüter vom Polizeikommissariat 17.

ADAC: „Elterntaxi“ ist ein Problem
Forderungen und Tipps zur Sicherheit

Wie wird es besser? Der ADAC fordert mehr Kontrollen vor Schulen. Die Autofahrer sollten dabei noch an Ort und Stelle mit ihrem Fehlverhalten konfrontiert werden. Nur das Ausschildern eines 30 km/h-Bereiches reiche nicht aus, um eine Akzeptanz bei den Autofahrern zu bewirken. Umbauten an Straßen wie Mittelinseln und der Einsatz von Geschwindigkeits-Anzeigern (Displays) könnten helfen, die Verkehrssicherheit vor den Schulen zu erhöhen.
Ziel: Selbstständige Kinder
Der ADAC rät: „Kinder müssen Erfahrung im Verkehr sammeln, das können sie nur als aktive Teilnehmer in Begleitung von Eltern und Erziehern. Ein Kind, das täglich bis vor das Schultor gefahren wird, kann kaum für die selbstständige Teilnahme am Verkehr ertüchtigt werden. Das Elterntaxi trägt täglich zu kritischen Verkehrssituationen durch verbotswidriges Halten oder riskante Wendemanöver im Bereich vor Schulen bei. Hol- und Bringezonen sollten etabliert werden.“
Die Studie
Die Verkehrsstudie des ADAC Hansa basiert auf Messungen vor Hamburger Schulen an fünf verschiedenen Tagen im Juni und Juli 2016. Bei den genannten Überschreitungen hat der ADAC lediglich die Geschwindigkeiten über 35 Stundenkilometern einbezogen. Trotz der eingeräumten Toleranzgrenze lag die Verstoßquote bei 30,5 Prozent. Das heißt, dass fast ein Drittel der Autofahrer mit mehr als 35 km/h an den Schulen vorbeifuhren. Ohne den Abzug der Toleranz waren mit 53 Prozent sogar über die Hälfte der Verkehrsteilnehmer zu schnell. CV
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.