Zentrum für lesbische Frauen: Ausgezeichnet!

Große Freude: Gila Rosenberg (l.) und Vanessa Lamm leiten das Junglesben-Zentrum, das mit einem internationalen Preis ausgezeichnet wurde. (Foto: pr)

Anlaufstelle für junge Frauen bekommt internationalen Preis

Sabine Langner / Carsten Vitt, Karolinenviertel

Seit 1998 setzt sich das Junglesben-Zentrum Hamburg in der Glashüttenstraße dafür ein, lesbische, bisexuelle und transsexuelle Mädchen und junge Frauen bis 25 Jahre zu unterstützen und zu stärken. Zwei Pädagoginnen betreuen die Besucherinnen, sie beraten beim Coming-Out, bei Problemen mit Eltern und in der Schule. Gleichzeitig ist dieser Schutzraum ein Ort, an dem die Besucherinnen gemeinsam Zeit verbringen, kochen, kickern und weitere Aktivitäten planen können.
Jetzt wurde das Zentrum unter dem Dach des Vereins Intervention von der Stars-Foundation mit dem „With and For Girls Award“ ausgezeichnet. Neben der Auszeichung freuen sich die Mitarbeiter über ein Preisgeld in Höhe von 15.000 US-Dollar und eine zweijährige Begleitung seitens der Stars-Foundation, um die Arbeit in Hamburg zu unterstützen und zu verbessern.
Der erstmalig verliehene Preis würdigt insgesamt 20 Organisationen und Projekte weltweit. „Es ist nicht nur eine Auszeichnung für die Stadt Hamburg und eines von ihr geförderten Projekte, sondern vielmehr eine unglaubliche Anerkennung unserer Arbeit”, freuen sich die Leiterinnen Gila Rosenberg und Vanessa Lamm.
Mit dem Preisgeld sollen nun unter anderem dringend nötige Sachen für das Zentrum angeschafft werden. Zudem sei ein nationales oder internationales Projekt mit weiteren Partnern geplant.
Das Zentrum wird von der Stadt Hamburg unterstützt – es gibt zwei Dreiviertel-Stellen und einen Zuschuss zur Miete. „Das gibt auf jeden Fall eine gewisse Form von Stabilität, und gleichzeitig ist immer Luft nach oben, um unsere Arbeit noch breiter zu fächern und um mehr spezifische Angebote einrichten zu können“, sagt Vanessa Lamm. Heißt: Es werden immer weitere Unterstützer gesucht. Vor allem fehlt Geld, um Angebote für ältere lesbische Frauen machen zu können.

Verein Intervention

Den Lesbenverein Intervention gibt es seit 33 Jahren – bis heute haben die aktiven Frauen mit Vorurteilen und Vorbehalten zu kämpfen. Auch wenn unsere Gesellschaft gegenüber gleichgeschlechtlichen Menschen und Paaren offener geworden zu sein scheint.
Gegen den Verein Intervention gab es immer wieder offene Angriffe: 1998, als die Frauen Räumlichkeiten in der wenig belebten Mathildenstraße im Schanzenviertel bezogen hatten. Innerhalb von 15 Monaten wurde elf Mal eingebrochen. Der Aktionstag „Keine Gewalt gegen Frauen/Lesben“ endete mit einen Überfall mit Geiselnahme. Kurz darauf konnte der Verein mit den Projekten „JungLesbenZentrum“ und „LesbenTreff“ in die Glashüttenstraße umziehen. Dort fühlen sich die Frauen gut aufgehoben, der Kampf gegen die gesellschaftlichen Windmühlen sei aber nicht leichter geworden, so Gründungsmitglied Bea Trampenau. SD

❱❱ www.intervention-hamburg.de
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