Zahlen zum A7-„Deckel“: Lügt die Behörde?

Dieses Bild soll in ein paar Jahren der Vergangenheit angehören: die A7 – hier in Höhe des Imbekstiegs in Stellingen – soll verbreitert werden und in einem Tunnel verschwinden. Dafür werden die Gärten der Anlieger massiv in Anspruch genommen. (Foto: rs)

Anwohner des Imbekstiegs und GAL werfen Verantwortlichen „Unredlichkeit“ vor

Von Reinhard Schwarz, Stellingen
Deckel – und kein Ende: Das Tunnelbauwerk, das die Autobahnanwohner vor Lärm und Abgasen schützen soll, wirft seine Schatten voraus. Nach Ansicht vieler Betroffener sind es aber hauptsächlich
dunkle Schatten. Kritik gibt es an der federführenden Wirtschaftsbehörde und dem ausführenden Unternehmen DEGES, der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH. „Der Senat beantwortet Anfragen nicht redlich und hält Zusagen nicht ein“, wirft die Bürgerschaftsabgeordnete Stefanie von Berg den Verantwortlichen vor. Die Betroffenen würden gar „belogen“, erklärt Christiane Brylla, Sprecherin der Imbekstieg-Initiative BIGI. Die Wirtschaftsbehörde weist die Vorwürfe zurück (siehe unten).
Worum geht es? Zuletzt informierten die Behörden die Anwohner des Imbekstiegs, durch deren Garten eine Baustraße für den „Deckel“ führen wird, während einer Veranstaltung am 27. Februar. Ebenfalls anwesend: Anwohner des gegenüberliegenden Schopbachwegs. Auch diese Anwohner werden von den Bauarbeiten mehrere Jahre lang erheblich von Lärm und Schmutz betroffen sein.
Die Behördenbehauptung: Es habe bereits Gespräche mit Schopbachweg-Anwohnern über Entschädigungszahlungen gegeben. Eine Umfrage eines Anwohners unter seinen Nachbarn habe aber ergeben, dass es diese Gespräche bisher nicht gegeben habe. Kommentar von Berg: „Was den Schopbachweg betrifft, handelt es sich also um eine reine Münchhausen-Geschichte.“
Verwirrung gibt es auch um die Frage, wie hoch der zukünftige Deckel über die Gärten der Imbekstieg-Anwohner herausragen wird. Ursprünglich sei die Rede von 2,10 Meter gewesen. Doch nunmehr werde von 2,95 Meter ausgegangen.
Was die Anwohner zusätzlich erzürnt: In den offiziellen Darstellungen der Behörden werde ein harmonisches „Deckelparadies“ vorgegaukelt. Anwohnerin Brylla: „Die Verschönerungen der Realität führen dazu, dass kein Mensch versteht, warum wir uns aufregen.“

Das sagt die Wirtschaftsbehörde
Sprecherin Helma Krstanoski erklärte zu dem Vorwurf, es habe bisher keine Gespräche mit den Anwohnern des Schopbachwegs gegeben, bereits am 25. Februar 2010 – also vor zwei Jahren – habe es eine Info-Veranstaltung mit allen betroffenen Anwohnern gegeben, in deren Rahmen Einzelgespräche angeboten wurden. „Von diesem Angebot haben insgesamt sechs Eigentümer des Schopbachwegs Gebrauch gemacht.“ Zu dem Vorwurf, es kursierten behördlicherseits unterschiedliche Zahlen zu den „Deckel“-Höhen, verwies Krstanoski auf eine Info-Veranstaltung am 27. Februar dieses Jahres. Demnach erhalten „alle Eigentümer kurzfristig zusammen mit dem Protokoll und den Präsentationen (…) ein aktuelles Querprofil mit allen Informationen zu Abständen/Höhen der Gebäude in Relation zu dem neuen Tunnelbauwerk“.
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