Wohnungsbau: Die große Suche nach kleinen Lücken

Auch in die kleinste Ecke passt noch was: 15 Wohnungen entstehen derzeit an der Ecke Müggenkampstraße/Langenfelder Damm. 800 Wohnungen sollen dieses Jahr in Eimsbüttel gebaut werden – 100 mehr als Eimsbüttel per Vertrag zugesichert hat. Foto: rs

Bezirksamt Eimsbüttel arbeitet an Wohnungsbauprogramm – Details vorerst unter Verschluss

Von Reinhard Schwarz, Eimsbüttel – Das Ziel ist klar: 6.000 Wohnungen sollen pro Jahr in Hamburg gebaut werden. So will es der SPD-Senat. 700 Wohnungen muss Eimsbüttel schaffen. Doch der Bezirk hat sein Soll schon mehr als erfüllt – mit rund 800 Einheiten, die dieses Jahr gebaut werden.
Aber was passiert in den kommenden drei Jahren? Eimsbüttel hat kaum Flächen, die in Bauland umgewandelt werden könnten. Das Kerngebiet ist fast komplett zugebaut, freie Grundstücke sind dort rar. Jetzt liegt der Entwurf eines Wohnungsbauprogramms vor, das ein Team im Bezirksamt erarbeitet hat. Es soll so etwas wie ein Leitfaden werden. Behördenmitarbeiter Jan-Philipp Stephan erläuterte im Stadtplanungsausschuss Kernpunkte.
Schlüsselwort ist demnach „Nachverdichtung“. Das heißt: Brachliegende Grundstücke werden bebaut oder bestehende Gebäude aufgestockt – hauptsächlich im Kerngebiet, also den Stadtteilen Eimsbüttel, Harvestehude, Rotherbaum und Hoheluft-West.
Aber auch in den Stadtteilen drumherum soll nachverdichtet werden. Dies „soll zu einer Entlastung des Kerngebiets unter Erhaltung der Identität der Stadtteile führen“, so Stephan. Eine Leitlinie lautet: „Der Wohnungsbau soll sowohl nachhaltig als auch bezahlbar sein.“ Zudem soll Gewerbe nicht verdrängt werden: „Wir wollen die Gewerbehöfe erhalten.“ Allerdings könnten Gewerbegebiete, die kaum genutzt werden, in Bauland umgewandelt werden.
Positive Reaktionen gab es bei SPD und GAL. „Die Schwierigkeit besteht darin, bezahlbaren Wohnraum für Normalverdiener zu schaffen“, erklärte GAL-Fraktionschef Roland Seidlitz. „Wir wollen in den Stadtteilen einen guten Mix aus geförderten und frei finanzierten Wohnungen hinkriegen.“ Rüdiger Rust, SPD-Fraktionschef: „Grünzüge und Spielplatzflächen sind natürlich tabu, aber es wird angedacht, überirdische Parkplätze zu bebauen.“ Die Stellplätze müssten dann unter die Erde verlegt werden.
Mitte Dezember sollen die Abgeordneten der Bezirksversammlung das Papier beraten und verabschieden. Aktuell bekamen nur die Fraktionsvorsitzenden der Parteien das Werk.
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