Wohnen – wo und wie?

Containerdorf: Weil günstige Wohnungen Mangelware sind, setzt die Stadt Hamburg auf Provisorien. Demnächst entstehen in Stellingen und Schnelsen Unterkünfte für knapp 1.400 Menschen.

Für Flüchtlinge werden in Eimsbüttel überwiegend Containerdörfer gebaut

Die Stadt braucht dringend Unterkünfte für Flüchtlinge. Weil Eimsbüttel kaum Wohnungen und freie Flächen zu bieten hat, werden in den umliegenden Stadtteilen mehrere Containerdörfer entstehen. Wo und wie Flüchtlinge derzeit und in Zukunft wohnen können: eine Übersicht.

– Stellingen, Vogt-Kölln-Straße, Informatikum: Auf dem Uni-Gelände werden ab nächster Woche Wohncontainer für gut 500 Menschen aufgestellt. Betreiber der Unterkunft ist das DRK Harburg. Voraussichtlich ab 5. Oktober können Flüchtlinge einziehen.

– Eidelstedt, Hörgensweg: Auf einer seit Jahrzehnten brach liegenden Gewerbefläche an der A 23 ist die vermutlich größte Unterkunft im Bezirk Eimsbüttel geplant. Im Gespräch sind nach Wochenblatt-Informationen 1.000 bis 1.700 Plätze, voraussichtlich in Containern. Als Asylunterkunft stünde das Gelände etwa drei Jahre zur Verfügung. An sich will ein süddeutscher Immobilienkonzern in ein paar Jahren dort Wohnungen bauen.

– Schnelsen, Flagentwiet: Auf einem Parkplatz entsteht eine zweistöckige Containersiedlung für etwa 880 Menschen. Betreiber ist ebenfalls das DRK Harburg. Mitte November soll die Unterkunft fertig sein.

– Lokstedt, Grandweg / An der Lohbek: In einer Wohnanlage sind seit Herbst 2013 47 Wohnungen mit Platz für 184 Menschen angemietet. Dort wohnen überwiegend Familien. Der Mietvertrag läuft bis Frühjahr 2017.

– Lokstedt, ehemaliger Parkplatz Lokstedter Höhe: Seit September 2013 steht dort ein Containerdorf für 132 Menschen. Es wird voraussichtlich im Frühjahr 2016 aufgegeben, anschließend sollen dort Wohnungen gebaut werden.

– Lokstedt, Hagendeel: 538 Plätze sind geplant, der erste Bauabschnitt mit Pavillons für 288 Menschen soll im Herbst 2017 fertig sein.

– Karolinenviertel, Messehallen: Noch bis Ende September sind etwa 1.200 Menschen in der Messehalle B6 im Karolinenviertel untergebracht. Die Halle wird bald für die Hanseboot gebraucht, dann werden die Flüchtlinge auf andere Einrichtungen verteilt.

– Harvestehude: Sophienterrasse: Im ehemaligen Kreiswehrersatzamt sollen Gemeinschafts-Apartments für 190 Menschen entstehen. Anwohner verhinderten per Gericht den Umbau der Immobilie, vorige Woche einigten sich die Kläger jedoch mit der Stadt.

Engagement

In den Messehallen organisieren Freiwillige Hilfe: Kleiderkammer, Kinderprogramm, Dolmetscher und Nachbarschaftsfeste. Nun steht fest: Die Kleiderkammer kann bis Ende des Jahres auf dem Messegelände bleiben, muss allerdings in eine andere Halle umziehen.
Spenden werden von hier aus an mehrere Erstaufnahmeeinrichtungen in Hamburg verteilt.
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