Wochenmarkt Schlump: Das sagen Leser

Markthändler am Schlump kämpfen um ihre bisherigen Standplätze. Möglicherweise werden sie von Parkplätzen für Mietautos verdrängt.
Hamburg: U Schlump |

Streit um Mietautos: Anwohner und Kunden machen sich einhellig für den Markt stark

Muss der Markt weichen? In der Gustav-Falke-Straße möchte die Hochbahn Mietautos auf einem Teil der Wochenmarktfläche abstellen. Schnell und einfach soll so das Umsteigen von der U-Bahn auf Auto, Rad oder Taxi möglich sein. Das Problem: Markthändler befürchten Nachteile, wenn der Markt verschoben wird und nicht mehr sofort sichtbar ist für U-Bahn-Nutzer. Es gibt noch Gespräche zwischen Marktleuten und Bezirk. Ob an den Plänen was zu ändern ist, ist derzeit offen.

Das Elbe Wochenblatt dokumentiert die zahlreichen Leserbriefe, die an die Redektion geschickt wurden. Tenor: Der Markt soll bleiben, wo er ist, die Autos sollen an anderer Stelle parken.

Ich bin für die Beibehaltung des Marktes, er ist ein Anwohnertreff und man bekommt alles frisch vor Ort. Die Mietautos des HVV sind an der Schäferkampsallee besser aufgehoben.
Uta Christensen, Eimsbüttel

Natürlich pro Markt! Wenn man die Stellplätze für die Mietwagen gut kennzeichnet, gut beleuchtet und dies an der U-Bahn gut ausschildert: Wo ist denn das Problem, diese Autos zu finden? Es sind dann doch nur ein paar Schritte mehr, das wird dem einen oder anderen auch ganz gut tun. Der Markt muss bleiben, er ist auch gerade für die älteren Anwohner ganz wichtig als Einkaufs- und Kommunikationsplatz. Die Herren von der Hochbahn müssen sich einfach nur ETWAS MEHR MÜHE geben, dann ist das ganze kein Problem!!! P. Dähn, per Mail

Über den Wochenmarkt am Schlump gehe ich seit meiner Kindheit. Damals füllte er noch den kompletten Mittelstreifen der Gustav-Falke-Straße bis zur Bundesstraße. An einem Stand kauften wir Kinder uns oft drei kleine Pferdewürstchen - lecker!
Der verbliebene Rest des Marktes MUSS bleiben wo er ist - mit „meinem“ Gemüsemann, „meinem“ Blumenstand, „meinem“ Fischhändler, „meinem“ Schlachter.
Frauke Höbermann, Eimsbüttel

Wo bleibt die sogenannte Bürgernähe? Schon wieder setzt sich das Bezirksamt Eimsbüttel über die Belange seiner Bürger hinweg. Es wird nicht vorher gefragt, sondern angeordnet.
Der Markt ist für uns Anwohner und auch den Bürger, der mit der Hochbahn kommt, sehr wichtig. Wenn man jetzt auch noch überflüssige Mietautos auf das Matktgelände stellen will, ist der einzelne Marktbeschicker in seiner Existenz bedroht, in dem er weiter runter ziehen soll und dadurch die Laufkundschaft, die auc der Hochbahn kommt, verliert.
Es ist dem Politiker also egal, ob dem einzelnen Händler seine Lebensgrundlage genommen wird (Beispiel Händler am Bahnhof Sternschanze). Was ist nur aus unseren sogenannten Volksvertretern geworden!
Bernhard Simon, Eimsbüttel

Ich bin der Meinung, dass der Wochenmarkt direkt bei der U-Bahn bleiben muss. Der Wochenmarkt braucht viele Käufer, damit es sich für die Händler rentiert. Die Leute, die ein Fahrrad oder Auto mieten möchten, machen das gezielt und bewusst und sind dann auch bereit, ein paar Schritte zu laufen. Da der Markt aber nicht jeden Tag ist, braucht man ihn schon „vor Augen“. Nach dem Motto: „Ach stimmt ja, heute ist Markt, ich brauche noch einiges“.
In Ihrem Artikel sprechen Sie nur von den Anwohnern. Was aber nicht erwähnt wird, sind die vielen Universitätsangehörigen, die dort auch ihre Mittagspause verbringen, um einzukaufen und zu essen. Jetzt wird die Universität auch noch im Bereich Schlump erweitert. Diese Erweiterung bringt noch zusätzliche Kunden für den Markt.
Ich gehe seit 24 Jahren dort einkaufen, obwohl ich schon in verschieden Stadtteilen gewohnt habe. Hier kann ich schnell in der Mittagpause gute Qualität einkaufen.
Renate Brokopf, per Mail

Der in der Nachbarschaft geschätzte kleine Markt am Schlump darf nicht schon wieder gefährdet werden! Er ist beliebt als Treffpunkt und als Möglichkeit, frische Ware aus der Region zu erhalten. Der Bezirk sollte sich ernsthaft um alternative Stellplätze für das sinnvolle Switchprojekt bemühen.
Traute Ferse und Jens Bergs, per Mail

Wir brauchen den Wochenmarkt. Wir brauchen keine Switch-Parkplätze in der Gustav-Falke-Straße. Wir möchten die Wohnqualität nicht verschlechtern lassen. Wir möchten auch zukünftig unser Auto in der Straße abstellen können. Das ist schon jetzt oft schwierig genug, da die wenigen Plätze penetrant von auswärtigen Kfz-Haltern aus dem Umland belegt werden. Es sollte deshalb von Amts wegen besser für die Bewohner und nicht gegen sie gehandelt werden. Alternativen für Mietwagenplätze gäbe es schließlich genug in der näheren Umgebung.
A.-H. Dreyer 20144 Hamburg

Aus meiner Sicht als langjähriger, nunmehr etwas behinderter Anwohner ist die Bedeutung des Wochenmarktes weitaus höher einzustufen als die Absicht des HVV, dort eine bequeme Umsteigemöglichkeit zu schaffen. Die Parkplätze für die Mietwagen der Hochbahn in der Gustav-Falke-Straße wären mühelos wenige Meter nördlich der anliegenden Bushaltestelle entlang des Spielplatzes am Straßenrand zu finden; eine Fahrrädervermietung befindet sich bereits direkt am Bahnhof.
Schwerer als die Umsteigemöglichkeit wiegt der soziologische Aspekt des Wochenmarktes. Er ist Kunden und Verkäufern Umschlagplatz für alte und neue Nachbarschaftsgeschichten. Denn keineswegs sitzen wir ständig am Computer, um mit den Nächsten zu kommunizieren: Wir brauchen die tägliche, freundliche und vertraute Anrede, die Teilnahme am Schicksal der Anderen, aber auf jeden Fall das lebendige Gespräch.
Alle Anwohner, die aus Altersgründen oder wegen krankhafter körperlicher Behinderung keine langen und beschwerlichen Wege mehr machen können, hoffen, dass der schnell und ohne große Mühe erreichbare Markt sich im Laufe der Zeit wieder nach Norden ausdehnt, möglichst soweit, wie er in den 60er Jahren den Platz in der Mitte der Gustav-Falke-Straße bis zur Einmündung der Straße Ellenbogen einnahm. Doch das hängt nun einmal von den marktwirtschaftlichen Gesetzen ab.
M. Rademacher, Eimsbüttel

Wieder einmal wird Entscheidendes beschlossen, ohne VORHER die direkt Betroffenen zu informieren geschweige denn, mit ihnen zu reden !!
Für die Marktleute hängt die Existenz vom Standort ab - darum muss der Wochenmarkt dort bleiben.
Die "switcher" werden ohne Mühe zu den Fahrrädern , zu den Autos kommen können - 25 Meter sind zu schaffen.
Unfassbar, dass Hochbahn und Bezirksamt so selbstgefällig handeln.
C. Haartje, per Mail


Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie diesen Irrsinn aufdecken. Ich bin auch sehr umweltbewusst, fahre nach Möglichkeit mit dem Rad, ÖPNV oder bin zu Fuß unterwegs.
Die Mieträder und Autos sind im Prinzip eine gute Sache. Aber wie alles, was übertrieben wird, gerät es aus dem Gleichgewicht. Dieser kleine Markt (wurde ja schon sehr reduziert) ist ein kleines Juwel und gibt den Anwohnern und den Mitarbeitern der umliegenden Büros die Möglichkeit, mit kurzen Wegen regionale Produkte zu kaufen und die kleinen Händler zu unterstützen. Warum wird alles so einfach kaputt gemacht?
Die Nutzer der Räder und Autos sind größtenteils Smartphone-Nutzer, und für die ist es meines Erachtens nicht relevant, ob sie gleich an der U-Bahn oder ein paar Schritte weiter das Rad oder Auto starten. Ausserdem ist neben dem U-Bahn Ausgang eine Fahrradstation. Der Wochenmarkt hat in meinen Augen absolute Priorität an diesem Standort. Hilde Grebe, per Mail

Wir schließen uns Ihrem Artikel aus dem Wochenblatt vollkommen an. Schon jetzt kurven wir mit unseren Fahrzeugen immer wieder die Gustav-Falke-Straße rauf und runter auf der nach einem Parkplatzes. Der Wochenmarkt, den wir seit über 30 Jahren zu schätzen wissen: Wir möchten nicht auf ihn verzichten, denn er wird von vielen Hochbahn- und Busgästen wie Anwohnern genutzt – insbesondere von älteren Anwohnern, da Fleisch- und Fischgeschäfte für viele nur durch einen längeren Weg zu erreichen sind. Die Marktbeschicker sind der Ansicht, dass durch die Verlegung des Marktes die Rentabilität sehr infrage gestellt wird und somit eine Auflösung bedeuten kann.
Warum wird nicht eine andere Fläche für das Verkehrsangebot „Switch“ ausgewählt – z.B. am Sternschanzenbahnhof? Der Dänenweg bietet ausreichend Platz und ist durch U- und S-Bahn zu erreichen. Außerdem könnten die Gäste des Hotel Möwenpick davon profitieren. Auch in der Schäferkampsallee und in der Schröderstiftstraße wäre die Möglichkeit einer Stellplatzeinrichtung.
Wir hoffen, dass die Hochbahn wie auch das Bezirksamt mit einer Kompromisslösung wie dieser oder ähnlich einverstanden sind.
Harald und Jutta Hartkopf, Eimsbüttel

Der Markt am Schlump muss am bestehenden Ort bleiben! Die Mietwagen können durchs Smartphone auch 100 Meter entfernt gefunden werden.
Ursula Neumann, per Mail

Ich bin direkte Anwohnerin (Gustav-Falke-Straße 12) des Schlump-Marktes und verkaufe außerdem von Oktober bis März auf dem Markt selbst gearbeitete Mützen, Hausschuhe etc, betrachte dieses Thema also von beiden Seiten.
Meine Meinung: Die Car-to-go-Geschichte ist an sich eine gute Sache, muss aber an anderer Stelle plaziert werden. Denn wenn zunächst 12 Autos geplant sind und das Ganze ein Erfolg wird, wird die Car-to-go-Fläche sicher ganz schnell erweitert, und wieder muss der Markt rücken. Dieser Markt hat einen ganz besonderen Charme, wie es im Wochenblatt steht, es ist hier gemütlich, nett und schön. Kein Schick-Micki, keine Hektik, kein Gedrängel. Das muss unbedingt so bleiben. Die meisten Markthändler haben angekündigt, diesen Markt nicht mehr zu bedienen, wenn wieder gerückt werden soll. Das fände ich als Anwohnerin UND als Markthändlerin sehr sehr schade, denn wenn dieser Markt stirbt, verlieren wir auf immer eine liebgewonnene Institution. Es gibt in diesem Wohngebiet viele alte und einsame Menschen, die unglaublich glücklich sind, auf dem Markt ihre Nachbarn und die Markthändler zu treffen, um einen Schnack zu halten. Wer die besondere Atmosphäre dieses Marktes noch nicht kennt, sollte unbedingt einmal hingehen.
Für die geplanten Autos gibt es sicher eine andere Stelle, wo dann keine über 60 Jahre lang gewachsene familiäre Atmosphäre zerstört wird.
Schade ist es übrigens auch, dass wir als AnwohnerInnen UND auch die MarkthändlerInnen nicht vorher zu diesem Thema befragt wurden. Das muss künftig anders laufen.
Silke Burmeister, per Mail

Wo sonst gibt es am Montag einen Wochenmarkt?!?! Einfache Regel: Was man nicht sieht, kann man nicht kaufen. Und wenn der Markt verlegt wird, dann sieht ihn keiner mehr und somit auch nicht die Ware! Wer war zuerst da, der Markt oder die Mietwagen? Klare Ansage, oder? Bin dafür, dass der Markt da bleibt, wo er ist. „Norbert“, per Mail


Leserbriefe geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen ebenso wie stilistische Anpassungen vor.
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