„Wir können auf kein Angebot verzichten!“

Regelmäßige Besucher des Abenteuerspielplatzes (ASP) Wegenkamp: Mo (6, v.l.), Paul (8), Besim (10), Lucas (6) und Hanna (6). (Foto: cvs)

Kürzungen in der Jugendarbeit: Abenteuerspielplatz Wegenkamp bekommt weniger Geld

Christopher von Savigny, Stellingen – Vordergründig geht es nur um eine halbe Stelle – doch dahinter steht eine ganze Exis-tenz: 26.000 Euro weniger pro Jahr soll der Abenteuerspielplatz (ASP) Wegenkamp ab 2013 bekommen. Das entspricht einem Minus von zehn bis 15 Prozent. Hintergrund sind die Sparmaßnahmen des Hamburger Senats im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit (das Wochenblatt berichtete).
Durch die Kürzung verliert der ASP eine halbe seiner drei Vollzeitkräfte. In Gefahr sind aber auch einzelne Angebote wie Elterntreff und Elternfrühstück. „Möglicherweise müssen wir den Sonnabend aus dem Programm streichen“, sagt der ASP-Pädagoge Thomas Loewe. Im Grunde sei das aber widersinnig. „Denn der Sonnabend ist bei uns ein extrem wichtiger Tag.“
In vielerlei Hinsicht gehört der 1985 gegründete ASP Wegenkamp zu den ganz besonderen Abenteuerspielplätzen: Die jungen Besucher dürfen nicht nur Hütten bauen, klettern und Fußball spielen, sondern bekommen auch Hausaufgabenbetreuung und Mittagessen. Einmal in der Woche geht’s in Schwimmbad. Willkommen sind neben Kindern und Jugendlichen auch deren Eltern und Großeltern. „Wir sind ein altersübergreifender Treffpunkt“, so Loewe. „Manche, die vor 27 Jahren noch Kinder waren, bringen jetzt ihren eigenen Nachwuchs mit.“ Die meisten kommen sonnabends, wenn sie ihre Freizeit zusammen mit ihren Kindern genießen können. Dann treffen sich Väter und Mütter zum Klönschnack und basteln gemeinsam mit ihren Sprößlingen an den Hütten herum. „Es ist uns wichtig, diese Mischung aus Jung und Alt zu erhalten“, sagt Loewe.
Begründet werden die Kürzungen mit dem Abbau der öffentlichen Schulden und dem Trend zur Ganztagsschule. Dagegen hat sich ein „Bündnis gegen Rotstift“ gegründet, ein Zusammenschluss lokaler Vereine und Verbände. „Diese Politik des summarischen Abbaus ist kontraproduktiv und schadet dem sozialen Ausgleich in unserer Stadt“, kritisiert Sieglinde Frieß, Fachbereichsleiterin der Gewerkschaft ver.di. „Wir fordern deshalb ein Ende des Kaputtsparens auf Kosten von Beschäftigten, Bürgern, Kindern."
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