Wiederaufbau im Schröderstift

Nieke Erbsleben, Vorsitzende der Mieterselbstverwaltung, in einer Wohnung im ersten Stock von Haus 10 des Schröderstifts: Die alten Dielen stapeln sich im Raum. Sie werden wieder neu verlegt. (Foto: rs)

Nach dem Brand im Sommer: Dachstuhl neu gebaut – Wohnungen werden hergerichtet

Reinhard Schwarz, Eimsbüttel

„Das war ein Schock“, sagt Sandra Dallmann, Bewohnerin des Schröderstifts in Eimsbüttel. „Das Gefühl, kein Zuhause mehr zu haben und nicht zu wissen, wann man wieder zurückkommen kann.“ Gut fünf Monate nach dem verheerenden Feuer ist die Erinnerung daran immer noch frisch.
Rückblende: Am Morgen des 15. Juni brannten in dem selbstverwalteten Wohnprojekt nahe des U-Bahnhofs Schlump drei Wohnungen, vier weitere wurden durch Löschwasser stark beschädigt. Ein Teil des Daches wurde ebenfalls zerstört. Neun Mieter mussten sich kurzfristig eine neue Bleibe suchen, kamen bei Freunden und Bekannten unter.
Nun konnten die Bewohner und ihre Freunde eine erste Etappe des Wiederaufbaus feiern: Der Dachstuhl wurde wieder hergerichtet. „Der Brand hat gezeigt, dass wir eine verlässliche Gemeinschaft sind“, sagt Nieke Erbsleben, Vorsitzende der Mieterselbstverwaltung. Viele Mitbewohner spendeten Geld und Kleidung oder halfen mit Haushaltsgegenständen. Durch den Brand, der vermutlich durch ein erhitztes Handy-Ladekabel verursacht wurde, entstand ein Schaden von mehr als einer Million Euro. „Die Feuerkasse zahlt alles, was ansteht“, erläutert Nieke Erbsleben.
Doch nicht ersetzt werden Kleidung, wichtige Unterlagen, Fotos und lieb gewonnene Erinnerungsstücke – keiner der Betroffenen hatte eine Hausratversicherung. Ein wenig Glück im Unglück hatte Sandra Dallmann: Sie war während des Brandes im Urlaub, dadurch blieben ein Teil ihrer Sommerkleidung und die Ausweispapiere vom Feuer verschont. „Aber Zeugnisse und andere persönliche Unterlagen sind entweder verbrannt oder wurden durch das Löschwasser zerstört.“
Seit Monaten ist das beschädigte Haus Baustelle. Als Nächstes muss noch ein Teil des Daches neu gedeckt und gedämmt, weitere Wohnungen komplett renoviert werden. Zwei der sieben Wohnungen wurden bereits instandgesetzt. Sandra Dallmann ist froh, dass es vo-rangeht: „Es ist schon bewegend zu sehen, dass unser Schröderstift wieder aussieht wie ein Haus und auch nicht mehr verkohlt riecht.“
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