Wieder Ruhe im Hause Hagenbeck?

Im Tropenaquarium von Hagenbeck leben Großfische unterschiedlicher Arten friedlich nebeneinander, was man von der Tierpark-Leitung nicht behaupten kann. Der Hagenbeck-Streit zieht sich nun schon fast zwei Jahre hin. (Foto: rs)

Streit um Geschäftsführung: Ein Kontrahent bietet einen Kompromiss an

Reinhard Schwarz, Stellingen – Gibt es jetzt eine Lösung des endlosen Hagenbeck-Streits um die Führung des Traditionstierparks? Offenbar will Geschäftsführer Joachim Weinlig-Hagenbeck in zwei Jahren zugunsten seiner Tochter Friederike Hagenbeck von seinem Posten zurücktreten. Die Pressestelle von Hagenbeck wollte sich inhaltlich nicht äußern, bestätigte aber im Kern die Darstellungen.
Die 24-jährige Betriebswirtin absolviert derzeit eine Ausbildungsphase als Trainee in dem Familienunternehmen und durchläuft alle Abteilungen des Tierparks – vom Tropenaquarium bis zum Orang-Utan-Gehege. Sie ist im Tierpark faktisch groß geworden und kennt den Zoo in- und auswendig.
Der Streit zwischen Geschäftsführer Weinlig-Hagenbeck und Seniorchef Claus Hagenbeck zieht sich bereits seit fast zwei Jahren hin. Claus Hagenbeck war 2012 im Alter von 70 Jahren aus dem Ruhestand an die Spitze des Unternehmens zurückgekehrt, nachdem Mit-Geschäftsführer Stephan Hering-Hagenbeck im Streit mit Weinlig-Hagenbeck hingeworfen hatte. Traditionell wird der Tierpark von einer Doppelspitze geführt, die von je einem Vertreter der beiden Hagenbeck-Familienzweige gestellt wird.
Als Anlass für den Zwist gilt ein Streit um Forderungen der Stadt. In den 90er Jahren tauschte Hagenbeck mit der Hansestadt ein Grundstück und erklärte sich bereit, umgerechnet zwei Millionen Euro an die Stadt zu zahlen. Intern wurde darüber gestritten, ob die Summe zu zahlen sei, zumal auch die Stadt offensichtlich keine Anstalten machte, den Betrag einzutreiben. Als offenes Geheimnis gilt aber auch, dass Weinlig-Hagenbeck und Hering-Hagenbeck nicht miteinander können.
Der Familienstreit beschäftigt bereits seit längerer Zeit die Gerichte und zahlreiche Anwälte. Schlichtungsversuche scheiterten mehrfach. Derweil leidet das Image des Zoos. Im März 2012 hatte ein Gericht Claus Hagenbeck gar ein Tätigkeitsverbot auferlegt. Im Mai dieses Jahres hatte das Landgericht Hamburg sogar beide Geschäftsführer abberufen – allerdings gilt diese Entscheidung als noch nicht rechtskräftig.
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